Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Medikament lässt Gehirntumore bei Melanompatienten schrumpfen

31.05.2012
Australische Wissenschaftler berichten über viel versprechende Wirkungen eines neuen Medikaments, das Gehirntumore bei Melanompatienten schrumpfen lässt. Die Untersuchungsergebnisse des Forscherteams wurden diesen Monat in der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht.

Laut Forschern der University of Sydney, des Melonama Intitute Australia, des Sydney´s Westmead Hospital und des Westmead Millennium Institute kann das neue Medikament, das getestet wurde, um bösartigen schwarzen Hautkrebs zu behandeln, auch Metastasen (Tochtergeschwülste) im Gehirn von Patienten mit fortgeschrittenem Krankheitsstadium schrumpfen lassen.

Sie gehen davon aus, dass das neue Medikament die Lebenserwartung von Patienten, deren Melanom bereits in das Gehirn gestreut hat, um einige Monate verlängern kann. Die meisten Patienten mit Hirnmetastasen sterben innerhalb von vier Monaten. Die Studie zeigte jedoch, dass die Gehirntumore bei neun von zehn Patienten innerhalb der ersten sechs Wochen schrumpften. Die Lebenserwartung erhöhte sich bei allen zehn Patienten auf mehr als fünf Monate, zwei Patienten überlebten mehr als 12 Monate, ein weiterer Patient ist nach 19 Monaten noch am Leben.

Das Medikament Dabrafenib zielt auf das so genannte BRAF-Gen ab, das bei 50 Prozent aller Melanompatienten mutiert. Dabrafenib blockiert das mutierte BRAF-Protein in der Melanomzelle und hält die Zelle so davon ab, sich zu vermehren. Häufig schrumpft die Zelle und löst sich ganz auf.

Dr. Georgina Long arbeitet sowohl für die University of Sydney als auch für das Melanoma Institute Australia und das Westmead Hospital und verfasste die Studie: "Erstmals liegt uns nachweislich eine systemische Arzneimitteltherapie vor, die das Überleben von Melanompatienten mit multiplen Hirnmetastasen verlängern kann. Diese Studie ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte der medikamentösen Behandlung von Melanompatienten. Derzeit gibt es nämlich keine wirksame systemische Behandlung von Hirnmetastasen und Patienten, deren Melanom bereits in das Gehirn gestreut hat, werden häufig von viel versprechenden klinischen Studien ausgeschlossen. Bis heute gab es kein einziges Medikament, das Hirnmetastasen bei mehr als zehn von 100 Patienten mit metastasiertem Melanom schrumpfen ließ. Dabrafenib dagegen konnte die Größe von Hirnmetastasen mit einer Erfolgsquote von 90 Prozent reduzieren."

"Hirnmetastasen bei Melanompatienten stellen ein großes ungelöstes Problem dar. Bislang schlug bei dieser Hautkrebsart grundsätzlich keine medikamentöse Behandlung an. Auch die tödlichen Hirnmetastasen sprechen äußerst selten auf eine solche Therapie an. Sollten die Ergebnisse dieser frühen klinischen Studie auch durch Tests an einer größeren Patientengruppe bestätigt werden und die Metastasen tatsächlich dauerhaft auf diese Arzneimitteltherapie ansprechen, könnte das Medikament endlich weltweit für die Behandlung von Patienten mit metastasiertem Melanom eingesetzt werden", erklärte Dr. Long.

Weitere Informationen:

Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
Pressestelle
Friedrichstr. 95
10117 Berlin
Email: berlin@ranke-heinemann.de
Tel.: 030-20 96 29 593
oder
Verity Leatherdale
The University of Sydney
Email: verity.leatherdale@sydney.edu.au
Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist das gemeinnützige Studierendensekretariat aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Europa, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.

Sabine Ranke-Heinemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.ranke-heinemann.de/
http://www.ranke-heinemann.at/
http://www.ranke-heinemann.tv/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa
27.02.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

nachricht Neurobiologie - Vorausschauend teilen
27.02.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Poseidon goes Politics – Wer oder was regiert die Ozeane?

27.02.2017 | Veranstaltungen

Fachtagung Rapid Prototyping 2017 – Innovationen in Entwicklung und Produktion

27.02.2017 | Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herz-Untersuchung: Kontrastmittel sparen mit dem Mini-Teilchenbeschleuniger

27.02.2017 | Medizintechnik

Neue Maßstäbe für eine bessere Wasserqualität in Europa

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wenn der Schmerz keine Worte findet - Künstliche Intelligenz zur automatisierten Schmerzerkennung

27.02.2017 | Medizintechnik