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Neuer Behandlungsansatz gegen besonders aggressive Form von Blutkrebs

28.04.2014

Viele Tumorzellen erweisen sich als resistent gegenüber klassischen Tumortherapien, deshalb ist die Suche nach alternativen Behandlungswegen besonders bedeutsam.

Wie die Internationalen Fachzeitschriften „Cancer Research“ und „Blood“ berichten, haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) Mutationen in Tumorzellen entdeckt, die wichtig für das Überleben maligner (bösartiger) Zellen sind.


Maligne (bösartige) Zellen des Sézary-Syndroms weisen eine permanente Aktivierung des RAS-Signalwegs auf. Die Hemmung (Inhibition) dieses Signalwegs führt zum Absterben der Tumorzellen.

Blockiert man die Signalwege, die durch diese Mutationen angeschaltet werden, führt dies zu einem massiven Absterben der Krebszellen. Für besonders aggressive Formen von Blutkrebs (kutanes T-Zell-Lymphom) ist das ein neuer Behandlungsansatz.

Dr. Karsten Gülow und sein Team in der Abteilung von Prof. Dr. Peter H. Krammer am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) haben in einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Projekt nach tumorspezifischen Mutationen gesucht.

In Tumorzellen von Patienten, die an einer besonders aggressiven Form des kutanen T-Zell-Lymphoms – dem sogenannten Sézary-Syndrom – leiden, konnten die Heidelberger Wissenschaftler eine Mutation des ras-Gens identifizieren.

RAS ist ein wichtiger Schalter, der das Zellwachstum steuert. Die neu entdeckte Mutation führt zu einer permanenten Aktivierung des Zellwachstums. Hemmt man diesen Signalweg, sterben alle Tumorzellen mit dieser Mutation, da ihr Überleben von diesem Signalweg abhängt. Gesunde Zellen überleben.

Die Erkenntnis der DKFZ-Forscher, dass die Hemmung dieses Signalwegs zum Absterben bösartiger Zellen führt, lässt neue und vielversprechende Möglichkeiten in der Krebstherapie erwarten.

Kontakt (Projektleitung):
Prof. Dr. Peter H. Krammer, DKFZ Heidelberg
P.D. Dr. Karsten Gülow, DKFZ Heidelberg, E-Mail: K.Guelow@dkfz-heidelberg.de

Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte dieses Forschungsprojekt mit rund 190.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de/

Bernhard Knappe | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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