Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Nano-Membran senkt Wasserverbrauch in Lebensmittelindustrie

30.03.2016

Eine Nylonmembran, die dank Nanotechnologie ebenso kostengünstig wie effizient Bakterien und Rückstände in Flüssigkeiten filtriert und so dazu beiträgt, die Wasserverschwendung in der Lebensmittelindustrie um zwei Drittel zu reduzieren. Die Entdeckung entspringt zwei Forschungsprojekten des Labors Food Pilot Lab der Freien Universität Bozen, veröffentlicht im Journal of Food Engineering, der weltweit führenden Wissenschaftszeitschrift im Lebensmittelsektor.

Eine Nanomembran, die künstlich im Labor entwickelt werden konnte und eine wirksame Alternative zu gängigen Filtrationsmethoden garantiert: indem anorganische Salze bei Niedertemperatur verwendet werden, verhilft sie der Industrie zu einer erheblichen Verringerung des Wasserkonsums in der Lebensmittelproduktion.


Nano-Membran

unibz

Zwei Forschungsarbeiten des unibz-Labors für Lebensmittelwissenschaften – veröffentlicht in der internationalen Wissenschaftszeitschrift Journal of Food Engineering – wurden ausgehend von Studien zur Filtration von Bier und Apfelsaft entwickelt. Bei beiden kam die Nanotechnologie zum Einsatz.

Die spezielle molekulare Zusammensetzung der Nanomembran Nylon 6, produziert in den unibz-Labors mit geringem Kostenaufwand – ermöglicht es, Bakterien und andere Rückstände effizient aber kostengünstiger als andere in der Industrie eingesetzte Filtrationsmethoden.

„Unter dem Mikroskop zeigt es sich, dass diese neue Membran über ihre erweiterte Oberflächenstruktur große Mengen an Reststoffen zurückhält aber wenig Widerstand gegenüber dem Abfluss bietet, was eine schnellere Filtration der Lebensmittelflüssigkeiten ermöglicht“, erläutert der Verantwortlicher des Lebensmittellabors Matteo Scampicchio, Professor für Fruit Technology (Obsttechnologie) und Fruit Processing (Obstverarbeitung) an der Fakultät für Naturwissenschaften und Technik. „Hergestellt wird diese Membran mithilfe des electrospinning, einer Methode, die bereits am Markt existierte.“

Von zentraler Bedeutung in dieser neuen Anwendung ist die hohe Reduktion des Wasserverbrauchs in der Lebensmittelverarbeitung. „Um einen Liter Apfelsaft herzustellen, benötigt es drei bis neun Liter Wasser für das Waschen der Äpfel, das Reinigen der Anlagen und als Wärmeleiter in den Pasteurisierungsprozessen“, erläutert Scampicchio. „Das sind enorme Wassermengen, die verschwendet werden. Um das Schmutzwasser aus diesen Prozessen wiederverwerten zu können, kommen derzeit verschiedene Lösungen zum Einsatz, die teils mit hohen Kosten verbunden sind. Eine davon sind die Lampen mit ultraviolettem Licht. Die Filtration mit der Nano-Membran senkt diese Kosten hingegen erheblich.“

Derzeit bereit das Team von Prof. Scampicchio Membrane her, die mit synthetischen Polymeren wie Nylon, Acetatspinnfasern oder Polyethylen produziert werden – Nanotechnologie, die auf die Naturbelassenheit der Getränke wie Bier oder Apfelsaft keinen Einfluss nimmt. Optimiert werden einzig die Filtrationsanlagen. Künftig sollen auch komplett natürliche Membrane hergestellt werden, indem beispielsweise Chitin zum Einsatz kommt, eine Substanz, die aus den Panzern von Krebsen gewonnen wird, oder die Zein-Proteine (erhältlich aus der Verarbeitung von Mais) und das Kollagen (aus Fleischresten entzogen).

Weitere Informationen:

http://www.unibz.it

Vicky Rabensteiner | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Polymere aus Bor produzieren
18.01.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Modularer Genverstärker fördert Leukämien und steuert Wirksamkeit von Chemotherapie
18.01.2018 | Deutsches Krebsforschungszentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

18.01.2018 | Informationstechnologie

Optimierter Einsatz magnetischer Bauteile - Seminar „Magnettechnik Magnetwerkstoffe“

18.01.2018 | Seminare Workshops

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten