Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Hoffnung für Gelähmte dank Neuroprothese

30.11.2016

Die Forscher hatten teilweise das Rückenmark von Makaken durchtrennt, um eine partielle Lähmung zu erreichen. Dank einer Neuroprothese konnten die z.T. gelähmten Makaken nach nur wenigen Tagen wieder laufen. Die Prothese funktioniert wie eine drahtlose Brücke zwischen dem Gehirn und dem Rückenmark.

Sie wurde an der Technischen Hochschule (EPFL) in Lausanne entworfen, von einem internationalen Konsortium (Medtronic - USA, Brown-Universität – USA, Fraunhofer ICT-IMM -Deutschland) technisch weiterentwickelt und von Forschern des französischen Instituts für Gesundheit und medizinische Forschung INSERM, des französischen Zentrums für wissenschaftliche Forschung CNRS, der Universität Bordeaux sowie dem Universitätskrankenhaus Lausanne getestet. Die Ergebnisse wurden am 9. November 2016 in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht (http://www.nature.com/nature/journal/v539/n7628/full/nature20118.html).


Source: cnrs

Bei diesem Verfahren geht es nicht darum, die Extremitäten wieder mit dem durchtrennten Rückenmark zu verbinden, sondern darum, den für das Gehen zuständigen Bereich des Gehirns mit dem Bereich des Rückenmarks zu verbinden, der für die Bewegung der gelähmten Gliedmaße zuständig ist. Die Prothese funktioniert demzufolge als eine Art Überbrückung der Verletzung.

Zu diesem Zweck wird ein Elektrochip in die entsprechende Region des Gehirns (motorischer Kortex) gebracht, mit dem Ziel, Gehirnströme und damit die vom Affen gewollte Bewegung aufzuspüren. Diese Informationen werden anschließend an einen auf dem Kopf befestigten Mikrocomputer in Echtzeit und drahtlos weitergeleitet, wo sie entschlüsselt und in elektrische Befehle für die Neuronen umgewandelt werden.

Diese Signale werden als Wellen an einen Impulsgenerator weitergeleitet, der in der Lumbalregion des Rückenmarks unterhalb der Verletzung fixiert ist. Dieser mit (16) Elektroden ausgestattete Generator gibt die Befehle des Gehirns (ebenfalls drahtlos und in Echtzeit) an die Nervenbahnen weiter, die wiederrum die Beinmuskeln steuern. So werden nur die vom Affen gewünschten Bewegungen ausgeführt.

© EPFL

Quelle: CNRS

Die Affen konnten ohne weiteres Training sofort wieder laufen. Dennoch bleiben noch viele Herausforderungen zu meistern. Auch wenn die klinischen Versuche bereits angelaufen sind, wird es noch einige Jahre dauern, bis diese neue Technik auch für den Menschen zur Verfügung steht. Zudem ist sie nur für Menschen mit einer teilweisen Beschädigung des Rückenmarks geeignet.

Kontakt:

Erwan Bezard, Forschungsdirektor des Inserm am Institut für neurodegenerative Krankheiten (Inserm/CNRS/Université de Bordeaux), Tel.: +33 (0)5 57 5 716 87, E-Mail: erwan.bezard@u-bordeaux.fr

Quellen: Artikel aus Le Point, 09.11.2016 - http://www.lepoint.fr/sante/leve-toi-et-marche-un-grand-espoir-pour-les-paralyse...

Pressemitteilung des CNRS, 10.11.2016 - http://www2.cnrs.fr/sites/communique/fichier/cp_erwan_bezard_def.pdf

Übersetzerin: Jana Ulbricht, jana.ulbricht@diplomatie.gouv.fr

Marie de Chalup | Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

Weitere Berichte zu: CNRS EPFL Mikrocomputer Neuroprothese neurodegenerative Krankheiten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst
26.04.2018 | Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme

nachricht Der lange Irrweg der ADP Ribosylierung
26.04.2018 | Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics