Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nanotransporter optimiert Chemotherapie - Bessere Wirkung, weniger Nebenwirkungen

03.02.2011
Für ein neues Verfahren zur Optimierung der Chemotherapie wurden die Krebsforscher Dr. Felix Kratz (Leiter der Abteilung Makromolekulare Prodrugs der Klinik für Tumorbiologie ) und Dr. Ralph Graeser (Laborleiter) mit dem Arthur Doolittle Award 2010 ausgezeichnet.

Dieser Preis wird für die Entwicklung innovativer Polymer-basierter Wirkstoff-Transporter von der American Chemical Society (ACS) verliehen. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, einen Wirkstoffträger (Nanotransporter) zu entwickeln, mit dessen Hilfe Zytostatika gezielter zum Tumor gebracht werden können. Dies ermöglicht eine bessere Wirkung der Therapie und gleichzeitig eine Reduzierung der Nebenwirkungen.

Unterstützt wurde das Forschungsprojekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen des Wettbewerbes "Nanotechnologie", aus dem das Team ebenfalls als Preisträger hervorging. Kooperationspartner war Prof. Rainer Haag von der FU Berlin. Kernstück der Entwicklung ist ein spezielles Prodrug-Konzept. Es sorgt dafür, dass die Chemotherapie direkt in die Tumorzelle gebracht wird und erst dort ihre zelltötende Wirkung entfaltet. Die Aufgabe des Transportmittels übernimmt ein verzweigtes Polymer, das von einer schützenden nichttoxischen Polyethylenglykolschicht umgeben ist. Über eine säurelabile Sollbruchstelle wird daran das Zytostatikum Doxorubicin gebunden.

„Dieser Doxorubicin-Nanotransporter eignet sich für eine zielgerichtete Tumortherapie, da er sich aufgrund einer lückenhaften Gefäßschicht in soliden Tumoren anreichert und so das Zytostatikum gewissermaßen im „Schlepptau“ direkt in den Tumor einschleust“, erklärt Dr. Felix Kratz. Dadurch werde das gesunde Gewebe geschont, so dass auch die gefürchteten Nebenwirkungen der Chemotherapie verringert werden können. Nach Aufnahme der Doxorubicin-Nanotransporter wird Doxorubicin effizient in sauren Arealen der Tumorzellen freigesetzt. Das Konzept erwies sich als sehr wirksam. Präklinische Versuche mit tumortragenden Mäusen zeigten einen kompletten Rückgang des Tumors.

Kontakt
Dr. rer. Nat Felix Kratz, Leiter der Abteilung Makromolekulare Prodrugs, Klinik für Tumorbiologie, Breisacher Str. 117, 79106 Freiburg, e-mail: kratz@tumotbio.uni-freiburg.de

Barbara Riess, Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, Klinik für Tumorbiologie, Breisacher Str. 117, 79106 Freiburg, Tel.: 0761 1109, e-mail: riess@tumorbio.uni-freiburg.de

Barbara Riess | idw
Weitere Informationen:
http://www.tumorbio.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mit Algen Arthritis behandeln
23.08.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Chaos bei der Zellteilung – wie Chromosomenfehler in Krebszellen entstehen
23.08.2017 | Deutsches Krebsforschungszentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

6. Leichtbau-Tagung: Großserienfähiger Leichtbau im Automobil

23.08.2017 | Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Algen Arthritis behandeln

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie