Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

MHH-Forscher klären fundamentalen Mechanismus der Zellteilung auf

25.07.2011
Protein Fbxw5 steuert Centrosomen-Verteilung / Prozess für genetische Stabilität wichtig

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben analysiert, wie Zellen es schaffen, ihr Erbgut bei der Zellteilung gleichmäßig auf beide Tochterzellen zu verteilen. Die gleichmäßige Aufteilung ist für die sogenannte genetische Stabilität der Zelle wichtig: Fehlt sie, kann Krebs entstehen.

Die Forscher Professor Dr. Nisar Malek, Geschäftsführender Oberarzt der MHH-Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie und Arbeitsgruppenleiter im MHH-Institut für Molekularbiologie, und seine frühere Mitarbeiterin Dr. Anja Puklowski, die jetzt in Biberach tätig ist, veröffentlichten ihre Ergebnisse in der renommierten Fachzeitschrift Nature Cell Biology.

Die Forscher untersuchten, wie die Zelle es schafft, ihre Centrosomen nur einmal pro Zellteilungszyklus zu verdoppeln. Centrosomen sind dafür verantwortlich, dass sich Chromosomen während der Zellteilungsphase gleichmäßig auf beide Tochterzellen verteilen. Hierfür bilden die Centrosomen mikroskopisch kleine Fasern aus, die sogenannten Spindeln, die sich an die Chromosomen anheften und diese zu den entgegen gesetzten Polen der Zelle ziehen.

Um eine gleichmäßige Verteilung auf die zwei Tochterzellen zu ermöglichen, benötigt die Zelle zwei Centrosomen. Wenn sich mehr als zwei Centrosomen bilden, besteht die Möglichkeit, dass auch mehr als zwei Spindeln entstehen und die Chromosomen nicht mehr gleichmäßig verteilt werden. Das kann zur sogenannten genetischen Instabilität beitragen. Genetische Instabilität ist die Grundlage der Entstehung von Krebszellen. Es wird bereits seit langem vermutet, dass Centrosomen-Duplikationsfehler dabei eine entscheidende Rolle spielen könnten.

Die Arbeit erklärt, wie Zellen es schaffen, ihre Centrosomen nur einmal pro Teilungszyklus zu verdoppeln. „Wir konnten zeigen, dass die Zelle hierfür das spezifische Protein Fbxw5 verwendet. Dieses kontrolliert den Abbau eines anderen Proteins, HsSAS-6, das für die Entstehung des zweiten Centrosoms notwendig ist. Fbxw5 stellt sicher, dass HsSAS-6 nur einmal pro Teilungszyklus die Bildung des zweiten Centrosoms induziert und dann sofort abgebaut wird“, erläutert Professor Malek. Fehlt Fbxw5, entstehen multiple Centrosomen, was zu genetisch instabilen Zellen führt. „Die Frage ist nun, inwieweit dieser fundamentale Prozess der Zellteilung in Tumorzellen gestört ist und ob sich hier Ansatzpunkte für neue Tumortherapien finden lassen“, sagt Professor Malek.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Nisar Malek, Telefon (0511) 532-4585, malek.nisar@mh-hannover.de.

Stefan Zorn | idw
Weitere Informationen:
http://www.mh-hannover.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen
20.09.2017 | Veterinärmedizinische Universität Wien

nachricht Molekulare Kraftmesser
20.09.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik