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Leberschäden erkennen mit Bluttest statt Biopsie

25.01.2012
Siemens bietet den ersten schnellen, automatisierten Biomarker-Test zur Diagnose und Beurteilung einer Leberfibrose an.

Der ELF-Test (Enhanced Liver Fibrosis-Test) dauert rund eine Stunde. Er benötigt nur eine Blutprobe. Damit ist das Verfahren schonender und genauso verlässlich wie die bisher notwendige Gewebeentnahme, deren Ergebnis meist erst nach etwa einer Woche vorliegt.


Der neue Test wurde von Siemens Healthcare zusammen mit dem University College London entwickelt und kann als Routinetest auf den Siemens ADVIA Centaur Immunoassay-Systemen eingesetzt werden.

Eine Leberfibrose ist die Folge einer chronischen Leberschädigung durch eine Virushepatitis, einer alkoholischen Lebererkrankung oder einer Fettlebererkrankung. Dabei vernarbt das Lebergewebe, was langfristig zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen kann – eine häufige Todesursache weltweit.

Der sogenannte Goldstandard für die Beurteilung des Schweregrades der Leberfibrose ist heute die Leberbiopsie, bei der eine geringe Menge Lebergewebe entnommen wird. Diese Biopsie hat Nachteile: Sie ist schmerzhaft, birgt ein Risiko für den Patienten und untersucht nur eine kleine Stichprobe der Leber.

Mit dem automatisierten ADVIA Centaur ELF-Test werden nun sowohl der Schweregrad als auch das Risiko des weiteren Fortschreitens einer Leberfibrose schnell und schonend erkannt. Er untersucht drei direkte Blutserum-Biomarker: Hyaluronsäure (HA), Procollagen III N-Terminal Propeptid (PIIINP) und der Gewebsinhibitor der Metallproteinase 1 (TIMP-1). Bei diesen direkten Biomarkern handelt es sich um Moleküle, die an der Entstehung der Fibrose beteiligt sind. Im Test reagieren spezielle Reagenzien mit den Biomarkern und erzeugen dabei Licht. Je intensiver diese Chemilumineszenz, desto mehr Biomarker ist vorhanden.
Die Ergebnisse der drei Biomarker werden mit einem speziellen Algorithmus in den ELF-Score umgerechnet, der den Grad der Fibrose angibt. Die Kombination der drei Biomarker erhöht dabei die Treffsicherheit des Tests. Wie eine internationale klinische Studie ergab, können mit dem ELF-Test geringe, moderate und schwere Fibrosen genau differenziert werden. Bei einer geringen oder moderaten Fibrose haben die Patienten normalerweise keine Symptome. So können Ärzte schon vor einer deutlichen Schädigung der Leber eingreifen und zusätzlich den Fortschritt der Therapie verfolgen.

Ergänzend zu dem ELF-Test bietet Siemens Bildgebungs- und Labordiagnostik-Technologien an, wie Hepatitis-Bluttests oder Ultraschallsysteme, die helfen, eine Leberfibrose frühzeitig zu erkennen und ihre Entwicklung zu überwachen. (IN 2012.01.5)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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