Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Große Moleküle nach Massen sortiert

08.06.2009
Die MALDI-Massenspektrometrie ist das Arbeitspferd der Proteomik. Entwickler Prof. Michael Karas erhält heute in Nizza den mit 10.000 Euro dotierten Preis der Europäischen Pharmazeutischen Gesellschaft

Die MALDI-Massenspektrometrie ist aus der heutigen Analytik, insbesondere der Proteomik, nicht mehr wegzudenken. Um die Proteine eines Organismus systematisch erforschen zu können, werden diese häufig zunächst nach ihrer Masse sortiert.

Lange Zeit war die Methode der Massenspektrometrie aber nur auf Atome und kleine Moleküle anwendbar. Prof. Michael Karas von der Goethe-Universität fand 1985 mit Prof. Franz Hillenkamp an der Universität Münster eine Möglichkeit, auch große Moleküle wie Proteine massenspektrometrisch zu untersuchen. Für diese Leistung erhält er heute in Nizza den mit 10.000 Euro dotierten Scientist Award der European Pharmaceutical Society.

Die Massenspektrometrie beruht darauf, Moleküle elektrisch zu laden (ionisieren) und dann in einem Massenanalysator nach ihrer Masse zu trennen. Doch dafür müssen die in Lösung vorliegenden Proteine in die Gasphase überführt werden. Und dabei brechen große Moleküle meist auseinander - es sei denn, man verwendet einen Trick. Bei der MALDI-Methode setzt man der Lösung mit dem zu untersuchenden Protein ein kleines organisches Molekül im Überschuss zu. Das Gemisch wird als dünner Film auf eine Metallplatte aufgetragen. Damit es gasförmig wird, bestrahlen die Forscher es mit kurzen, energiereichen Laserpulsen im UV-Bereich. Das im Überschuss vorhandene kleine Molekül absorbiert das Laserlicht und bildet damit gewissermaßen eine schützende Struktur (Matrix) um das zu untersuchende Molekül, so dass es bei der vulkanartigen Eruption, mit der sich das Molekülgemisch von der Metallplatte löst, nicht zerbricht.

Die MALDI-Massenspektrometrie wird heute von weltweit von Biochemikern, Biologen, Pharmazeuten und Medizinern angewandt. Denn Proteine haben eine Schlüsselrolle bei der Erforschung, Erkennung und Behandlung vieler Krankheiten. Neue Entwicklungen zeigen, dass die Methode auch gut geeignet ist zur schnellen Hochdurchsatz-Analytik in der Arzneimittelforschung. "Als Pharmazeut freut es mich besonders, dass die hervorragenden Leistungen des Kollegen Michael Karas bei der Entwicklung vom MALDI von der Europäischen Pharmazeutischen Gesellschaft gewürdigt werden", so Prof. Manfred Schubert-Zsilavecz, Vizepräsident der Goethe-Universität und Präsident der Deutschen Pharmazeutischen Gesellschaft, "die Kriterien für die Vergabe dieses Preises sind extrem anspruchsvoll".

Informationen: Prof. Michael Karas, Institut für Pharmazeutische Chemie, Campus Riedberg , Tel. 069/ 798-29916, Karas@pharmchem.uni-frankfurt.de

Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt am Main. 1914 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist sie heute eine der zehn größten Universitäten Deutschlands. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein einzigartiges Maß an Eigenständigkeit. Rund um das historische Poelzig-Ensemble im Frankfurter Westend entsteht derzeit für rund 600 Millionen Euro der schönste Campus Deutschlands. Mit über 50 seit 2000 eingeworbenen Stiftungs- und Stiftungsgastprofessuren nimmt die Goethe-Universität den deutschen Spitzenplatz ein. In drei Forschungsrankings des CHE in Folge und in der Exzellenzinitiative zeigte sie sich als eine der forschungsstärksten Hochschulen.

Herausgeber: Der Präsident
Abteilung Marketing und Kommunikation, Postfach 11 19 32,
60054 Frankfurt am Main
Redaktion: Dr. Anne Hardy, Referentin für Wissenschaftskommunikation
Telefon (069) 798 - 2 92 28, Telefax (069) 798 - 2 85 30,
E-Mail hardy@pvw.uni-frankfurt.de

Dr. Anne Hardy | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-frankfurt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Der Evolutionsvorteil der Strandschnecke
28.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Mobile Goldfinger
28.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit