Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Globale Erwärmung fördert Ausbreitung von Waldpflanzen

18.06.2009
Abschluss von Forschungsarbeiten an der Universität Potsdam

Verstärkte Windturbulenzen als Folge der globalen Erwärmung sorgen dafür, dass sich Pflanzensamen und Pollen über größere Entfernungen verbreiten.

Ein Temperaturanstieg von nur wenigen Grad kann die Ausbreitung von Waldpflanzen erhöhen und ihnen so die Besiedelung von Brand- oder Rodungsflächen erleichtern.

Solche Auswirkungen der globalen Erwärmung auf den Samen- und Pollentransport durch Wind hat ein internationales Forscherteam untersucht und die Ergebnisse nun in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Proceedings of the Royal Society B" veröffentlicht. Ziel der überwiegend an der Universität Potsdam durchgeführten Studie war es zu verstehen, ob ein zukünftiger Temperaturanstieg die Wanderung von Waldpflanzen beschleunigen kann. Dazu verwendeten die Forscher meteorologische Daten, die über ein Jahrzehnt hinweg in einem finnischen Waldgebiet gesammelt wurden.

Die Dynamik und genetische Variation von Pflanzenpopulationen hängt entscheidend von der Ausbreitung von Samen und Pollen ab. Windbedingungen spielen bei der Ausbreitung eine wichtige Rolle, da turbulente Aufwinde Samen effizient über große Distanzen transportieren können. Die Forscher fanden heraus, dass eine Temperaturerhöhung von nur drei Grad die Ausbreitung von Samen und die Wanderung von Pflanzenarten erhöhen kann. Pflanzen mit leichten Samen sind von diesem Effekt besonders betroffen: Sie erhöhen ihre Wanderungsgeschwindigkeit um mehrere Dutzend Meter pro Jahr.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass die globale Erwärmung die Wanderung von Pflanzen beschleunigen wird. Diese Beschleunigung reicht jedoch bei weitem nicht aus, um Pflanzenarten die "Flucht" vor negativen Folgen des Klimawandels zu ermöglichen. Im kleineren Maßstab kann dieser Erwärmungseffekt jedoch deutliche Auswirkungen haben, etwa für die Fähigkeit einheimischer und eingeführter Arten, neue Lebensräume zu besiedeln. Wie dieser Effekt mit anderen Auswirkungen des globalen Wandels zusammenwirkt, ist schwer vorherzusagen. Die jetzt erschienene Arbeit zeigt jedoch, auf welche komplexe Art und Weise Temperaturerhöhungen die Vegetation beeinflussen können.

Hinweis an die Redaktionen:
Für weitere Informationen steht Ihnen Dr. Frank Schurr im Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam unter Tel.: 0331/977-1944 bzw. E-Mail: frank.schurr@uni-potsdam.de zur Verfügung.

Nachzulesen sind die Ergebnisse der Untersuchung in: Kuparinen, A., Katul, G., Nathan, R. & Schurr, F.M. (2009) Increases in air temperature can promote wind-driven dispersal and spread of plants. Proceedings of the Royal Society B, doi: 10.1098/rspb.2009.0693

Sylvia Prietz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-potsdam.de/pressmitt/2009/pm139_09.htm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Besser lernen dank Zink?
23.03.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Raben: "Junggesellen" leben in dynamischen sozialen Gruppen
23.03.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen