Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschungsthema: Die Vielfalt des Lebens

07.07.2009
"Biodiversitäts"- Projekte mehrerer Institute der Universität Freiburg werden von der DFG unterstützt

Die Biodiversitäts-Forschung setzt sich mit der Vielfalt des Lebens auseinander: mit dem Artenreichtum der Erde, mit genetischer Vielfalt und mit unterschiedlichsten Ökosystemen.

Biodiversität ist nicht nur ein Wert an sich, sondern sie ist für das Funktionieren von Ökosystemen und die Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen wie zum Beispiel Trinkwasser oder Kohlenstoffspeicher - von zentraler Bedeutung.

Die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg ist an der Biodiversitäts-Forschung durch mehrere Projekte aus unterschiedlichen Fachbereichen beteiligt, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert werden.

Gleich drei Freiburger Projektgruppen arbeiten an einem von der DFG geförderten Großprojekt zur Biodiversität - den so genannten Biodiversitätsexploratorien mit, an dem Hochschulen aus ganz Deutschland und der Schweiz beteiligt sind: Das Projekt "FUNWOOD" des Waldbau-Instituts untersucht unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Bauhus die Auswirkungen von Waldmanagement auf die Vielfalt und die Funktion von Holz zersetzenden Pilzen. Dafür erhält es von der DFG zwischen 2009 und 2011 über 300.000 Euro Fördergelder. Prof. Dr. Michael Scherer-Lorenzen von der Abteilung Geobotanik des Instituts für Biologie II arbeitet im Teilprojekt "Klimawandel" mit. Es untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf Nährstoffkreisläufe in unterschiedlich diversen Ökosystemen. Dafür werden Wiesen unterschiedlicher Biodiversität verglichen und durch transparente Dächer Temperaturerhöhungen oder Dürren simuliert. Die DFG fördert dieses Teilprojekt mit etwa 216.000 Euro.

Beide Freiburger Professoren sind außerdem beteiligt an dem von der DFG unterstützten europäisch-chinesischen Projekt "BEF China". Bei diesem Experiment werden die Beziehungen zwischen Biodiversität und Ökosystemfunktionen in subtropischen Wäldern Chinas untersucht. Die DFG-Forschergruppe, der auch Prof. Bauhus und Prof. Scherer-Lorenzen mit ihren Teams angehören, pflanzt auf rund 100 Hektar etwa 60 heimische Baum- und Straucharten an und untersucht die Dynamik des Pflanzenbestands und die Bedeutung der Artenvielfalt für den Nährstoffkreislauf, den Schutz vor Bodenerosion, die Primärproduktivität und die Kohlenstoff- und Stickstofffestlegung. Prof. Bauhus ist dabei maßgeblich für die waldbaulichen Aspekte verantwortlich, Prof. Scherer-Lorenzen geht der Frage nach, inwieweit ein Verlust an Artenvielfalt den Stickstoffkreislauf beeinträchtigt. Die DFG fördert "BEF China" bei einer Beteiligung von acht europäischen Instituten mit etwa 2 Millionen Euro.

Eine weitere von der DFG geförderte Gruppe, die "Visual Signal Group" der Fakultät für Biologie I, forscht unter der Leitung von Dr. H. Martin Schaefer zur visuellen Kommunikation zwischen Pflanzen und Tieren bei der Samenverbreitung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Teams untersuchen dabei, wie Pflanzen um Tiere werben - vor allem um Vögel -, und sie dadurch zur Verbreitung ihrer Samen rekrutieren. Die DFG fördert das Projekt seit 2006 mit insgesamt 120.000 Euro. Seit 2009 arbeitet eine weitere Gruppe um Dr. H. Martin Schaefer zur "Signal Diversity & Pollinator Behaviour". Auch dabei geht es um die Kommunikation zwischen Pflanzen und Tieren, allerdings einen Schritt vorher bei der Bestäubung von Blüten. Das Team untersucht, wie Änderungen in der Landnutzung die Kommunikation zwischen Pflanzen und Insekten beeinflussen. Das Projekt soll bis mindestens 2011 laufen und wird von der DFG mit 140.000 Euro gefördert.

Kontakt:
Prof. Dr. Jürgen Bauhus
Waldbau-Institut
Tel.: 0761/203-3677
Fax: 0761/203-3781
E-Mail: juergen.bauhus@waldbau.uni-freiburg.de
Prof. Dr. Michael Scherer-Lorenzen
Institut für Biologie II, Abteilung Geobotanik
Tel.: 0761/203-5014
Fax: 0761/203-2696
E-Mail: michael.scherer@biologie.uni-freiburg.de
Dr. H. Martin Schaefer
Institut für Biologie I
Tel.: 0761/203-2531
Fax: 0761/203-2544
E-Mail: martin.schaefer@biologie.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Was nach der Befruchtung im Zellkern passiert
06.12.2016 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Forscher vergleichen Biodiversitätstrends mit dem Aktienmarkt
06.12.2016 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nährstoffhaushalt einer neuentdeckten “Todeszone” im Indischen Ozean auf der Kippe

06.12.2016 | Geowissenschaften

Entschlüsselung von Kommunikationswegen zwischen Tumor- und Immunzellen beim Eierstockkrebs

06.12.2016 | Medizin Gesundheit

Bioabbaubare Polymer-Beschichtung für Implantate

06.12.2016 | Materialwissenschaften