Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ertragssteigerung durch bessere CO2-Nutzung von Pflanzen

08.07.2009
Ø BASF Plant Science und die Universität zu Köln arbeiten im Bereich Pflanzenbiotechnologie zusammen
Ø Ertragssteigerung und erhöhte Stresstoleranz für Nutzpflanzen als Ziel

BASF Plant Science und das Botanische Institut der Universität zu Köln geben bekannt, dass sie in der Pflanzenbiotechnologie zusammenarbeiten werden. Im Vordergrund stehen Pflanzeneigenschaften, die die Erträge von Nutzpflanzen wie Sojabohne, Reis und Raps steigern und ihre Toleranz gegenüber widrigen Umweltbedingungen wie beispielsweise Kälte, Trockenheit oder Versalzung verbessern.

Die Kooperation umfasst sowohl einen Lizenz- als auch einen Forschungs- und Entwicklungsvertrag. Verhandelt wurde der Vertrag von PROvendis, der Patentvermarktungsgesellschaft der Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Gemeinsam mit BASF Plant Science arbeiten Prof. Dr. Ulf-Ingo Flügge und Dr. Verónica G. Maurino vom Botanischen Institut der Universität zu Köln daran, die Energiegewinnung von weltweit wichtigen Nutzpflanzen zu optimieren. Bei der Photosynthese, das heißt der Umwandlung von Kohlendioxid (CO2) in Kohlenhydrate (z. B. Stärke), wird bei vielen Pflanzen das CO2 in der Luft nicht optimal genutzt. Bestimmte Pflanzenarten wie Mais sind über einen zusätzlichen Stoffwechselprozess aber in der Lage, mehr CO2 zu nutzen. Ziel des Forschungsprojekts ist es daher, diesen biochemischen Mechanismus auf andere Pflanzen zu übertragen. Die Kölner Forscher haben dazu bereits erfolgreich eine Testpflanze, die so genannte Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) gentechnisch verändert: Durch die zugefügten Gene bildet die Pflanze spezielle Enzyme, die dafür sorgen, dass die Pflanze mehr Kohlendioxid nutzt und dadurch mehr Biomasse bildet.

"Der wirtschaftliche Nutzen unserer Entwicklung liegt auf der Hand: Pflanzen, die mehr Biomasse bilden, liefern auch einen höheren Ertrag", sagt Prof. Dr. Ulf-Ingo Flügge vom Botanischen Institut der Universität zu Köln. "Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit BASF Plant Science, in der wir unsere Erkenntnisse auch auf wichtige Nutzpflanzen übertragen wollen", ergänzt der Kölner Forscher. In einem weiteren Ansatz konnten die beiden Forscher außerdem die Stressempfindlichkeit von Pflanzen verringern. Bestimmte Gene bewirken, dass die Ackerschmalwand auch auf sehr salzhaltigen Böden gut wächst.

"Ertragreichere Pflanzen sind wichtig, um die Effizienz in der Landwirtschaft zu steigern. Wir werden die erfolgversprechenden Ergebnisse der Universität zu Köln nutzen. Unser Ziel ist es, ertragreichere Kulturpflanzen zur Marktreife zu bringen", sagt Dr. Jürgen Logemann, Vice President Technology Management der BASF Plant Science. Die Zeitspanne von der Entwicklung eines gentechnisch optimierten Produkts bis hin zu deren Marktreife umfasst dabei ungefähr zehn Jahre. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben.

PROvendis, Patentvermarktungsgesellschaft der Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen, hat für die Universität zu Köln die Lizenzverträge mit BASF Plant Science ausgehandelt. Vor dem Technologietransfer hatte Dr. Jürgen Walkenhorst, PROvendis-Manager für Patente & Lizenzen, geprüft, ob die Erfindungen des Botanischen Instituts patentierbar und wirtschaftlich verwertbar sind.

Über BASF Plant Science
BASF Plant Science ist das Pflanzenbiotechnologieunternehmen der BASF - The Chemical Company - und beschäftigt zurzeit etwa 700 Mitarbeiter. Seit 1998 arbeitet das Unternehmen an der Optimierung von Pflanzen für folgende Bereiche: eine effizientere Landwirtschaft, eine gesündere Ernährung sowie die Nutzung als nachwachsende Rohstoffe. Dazu gehören beispielsweise die Entwicklung von ertragreicheren Nutzpflanzen, Ölpflanzen mit einem höheren Gehalt an gesunden Omega-3-Fettsäuren und Kartoffeln mit einer optimierten Stärke-zusammensetzung für industrielle Anwendungen. Weitere Informationen über BASF Plant Science finden Sie unter www.basf.de/plantscience.
Über PROvendis
Die Patentvermarktungsgesellschaft betreut mehr als 22.000 Wissenschaftler aus den Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen. Seit Projektstart bearbeitete PROvendis über 2000 Erfindungsmeldungen und leitete über 400 Patentanmeldungen in die Wege. Die Experten von PROvendis beraten die Forscher und Entwickler und bewerten deren Erfindungen. Sie steuern das Fristen-, Vertrags- und Schutzrechtsmanagement bis zur Vermarktung der neuen Technologien. Außerdem werden zahlreiche Informations- und Qualifizierungsmaßnahmen angeboten.
Über die Universität zu Köln
Die Universität zu Köln ist eine der erfolgreichsten Universitäten in Nordrhein-Westfalen. Das Ergebnis des Exzellenz-Wettbewerbs bestätigt die Spitzenstellung der ABC-Region (Aachen, Bonn und Köln) als Standort für exzellente Forschung. Zahlreiche Drittmittelprojekte, von der Versicherungsforschung bis hin zur molekularen Grundlagenforschung, geben Impulse in die regionale und überregionale Wirtschaft. Auch in der medizinischen Forschung wird gemeinsam von Fakultät und Klinik der Ansatz verfolgt, Erkenntnisse der Grundlagenforschung über klinische Studien in die Krankenversorgung zu tragen.

Medienkontakt

BASF

Mette Johansson
Tel: +49 621 60-28752
Fax: +49 621 60-27789
E-mail: mette.johansson@basf.com
PROvendis
Katja Stiegel
Tel: +49 (0) 208 94105-24
Fax: +49 (0) 208 94105-50
E-mail: ks@provendis.info
Universität Köln
Dr. Patrick Honecker
Tel: +49 221 470-2202
Fax : +49 221 470 5190
E-mail: pressestelle@uni-koeln.de

Gabriele Rutzen | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-koeln.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Feinste organische Partikel in der Atmosphäre sind häufiger glasartig als flüssige Öltröpfchen
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für Chemie

nachricht Darmflora beeinflusst das Altern
21.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1. Es­se­ner Ge­fahr­gut­ta­ge am 19.-20. Sep­tem­ber 2017 mit fach­be­glei­ten­der Aus­stel­lung

24.04.2017 | Seminare Workshops

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE