Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstmals ferromagnetische Eigenschaften einer Palladiumverbindung nachgewiesen

08.12.2011
Chemiker der Universitäten Oldenburg und Münster veröffentlichen in der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“. In dem Aufsatz konnten die Wissenschaftler zum ersten Mal eine Palladiumverbindung darstellen, die unter bestimmten Bedingungen ein starkes Magnetfeld erzeugen kann.

Das Edelmetall Palladium gehört zu einer Gruppe von Elementen, die – ähnlich wie Platin oder Gold – besonders reaktionsträge sind. Dennoch sind diese Metalle und ihre Verbindungen außerordentlich wichtig bei technischen Prozessen wie z.B. der katalytischen Abgasreinigung.Chemiker der Universitäten Oldenburg und Münster haben nun das Edelmetall Palladium genauer untersucht.

Dabei konnten sie zum ersten Mal eine Palladiumverbindung darstellen, die unter bestimmten Bedingungen ein sehr starkes Magnetfeld erzeugen kann. Dieses Forschungsergebnis haben Gutachter der renommierten Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ als „besonders wichtig“ eingestuft – nur zehn Prozent aller Manuskripte erreichen diese Bewertung. In der Februar-Ausgabe wird der Aufsatz* der Forschergruppe Titelthema sein. Im Internet ist er bereits jetzt veröffentlicht. Einer der Gutachter stellt fest: „Die Autoren kommen (…) mit avancierter anorganischer Synthesekunst zu wirklich neuartigen und strukturell aufregenden Ergebnissen“.

Bislang war bekannt, dass die überwältigende Mehrheit von Palladiumverbindungen einen speziellen, strukturellen Aufbau zeigt: Die Palladiumatome sind nahezu perfekt quadratisch von den Nachbaratomen umgeben. Prof. Dr. Mathias Wickleder und Jörn Bruns, Arbeitsgruppe Anorganische Funktionsmaterialien der Universität Oldenburg, sowie Prof. Dr. Rainer Pöttgen und Matthias Eul von der Universität Münster, haben sich nun mit einer besonderen Palladiumverbindung beschäftigt, die nicht den typischen strukturellen Aufbau aufweist.

An der Universität Oldenburg gelang es Bruns eine einfache Palladiumverbindung Pd(S2O7) zu synthetisieren, in der Palladiumatome nicht – wie erwartet – quadratisch-planar koordiniert sind, sondern sechsfach in Form eines Oktaeders. Das besondere Disulfat wurde durch Umsetzung des Edelmetalls mit Schwefeltrioxid bei hoher Temperatur erhalten.

Die Münsteraner Chemiker konnten in Messungen nachweisen, dass sich das Disulfat bei sehr tiefer Temperatur ferromagnetisch verhält. Die Substanz erzeugt dann, ähnlich wie ein Eisenmagnet, ein sehr starkes Magnetfeld. „Diese erstaunliche Form des Magnetismus wurde bei Palladiumverbindungen noch nie beobachtet. Wir haben damit die Chemie dieses Edelmetalls um einen wichtigen Aspekt erweitert“, erklärt Wickleder. Doch die Forschung steht erst am Anfang. Weitere Versuche müssten Aufschluss darüber geben, in welchen Bereichen die magnetischen Eigenschaften der Verbindung gezielt eingesetzt werden könnten, so Wickleder.

Dr. Corinna Dahm-Brey | idw
Weitere Informationen:
http://www.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201107197/pdf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung
22.03.2017 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

nachricht Mit voller Kraft auf Erregerjagd
22.03.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie