Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

COPIRIDE - Fabrikkonzept der Zukunft für die Chemische Industrie in Europa

27.10.2009
Bei dem EU-Projekt COPIRIDE unter Koordination des Institut für Mikrotechnik Mainz werden neue Technologien, Prozesse und Fabrikationskonzepte für die "Fabrik der Zukunft" entwickelt.

Durch Prozessintensivierung sollen vollkommen neue Konzepte für Prozessschritte und Equipment, insbesondere mithilfe mikrostrukturierter Reaktoren, erarbeitet werden. COPIRIDE verfolgt dabei den Ansatz, eine multifunktionale und universell einsetzbare Anlagenplattform in kompaktem Containerformat zu entwickeln, die für verschiedene Vorgänge oder Prozesse in den Bereichen Lebensmittelzusatzstoffe, Biotreibstoffe, Biomassenumwandlung und Spezialchemie flexibel einsetzbar ist.

Rückwirkend zum 1. September 2009 startet das durch die EU geförderte Projekt COPIRIDE, bei dem neue Technologien, Prozesse und Fabrikationskonzepte für die "Fabrik der Zukunft" entwickelt werden. Dadurch soll nicht nur eine Verbesserung der Effizienz und Nachhaltigkeit, sondern vor allem ein Ausbau der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Chemischen Industrie in Europa erreicht werden.

Das IMM Institut für Mikrotechnik Mainz GmbH wird unter der Leitung von Prof. Dr. Volker Hessel, dem wissenschaftlichen Direktor des IMM, als Koordinator das Projekt mit einer Laufzeit von 3,5 Jahren betreuen. An dem Projekt werden 15 weitere europäische Unternehmen und akademische Partner teilhaben. Die Europäische Kommission fördert COPIRIDE mit einem Gesamtvolumen von 11 Millionen Euro.

Aufgrund neu entstehender Märkte und hoher Produktionskapazitäten z.B. in Asien steht die Chemische Industrie in Europa zunehmend unter erheblichem Kosten- und ökologischem Druck. Ein erfolgversprechender Ansatz diesem Wettbewerbsdruck zu begegnen, liegt in der Prozessintensivierung, bei der - in Abgrenzung zur Prozessoptimierung, bei der bestehende Prozesse verbessert werden - vollkommen neue Konzepte für Prozessschritte und Equipment, insbesondere mithilfe mikrostrukturierter Reaktoren, erarbeitet werden. Letztere "drehen" an den zwei großen Stellschrauben chemischer und wirtschaftlicher Effizienz: effektivere Nutzung von Ressourcen durch mehr Selektivität zum Produkt und Ausnutzung von Prozessfenstern mit um Größenordnungen schnelleren chemischen Umsetzungen.

COPIRIDE verfolgt dabei den Ansatz, eine multifunktionale und universell einsetzbare Anlagenplattform zu entwickeln. In kompaktem Format z.B. einem Container, werden multiple Anlagen/Reaktoren zusammengefasst, so dass sie für verschiedene Vorgänge oder Prozesse flexibel einsetzbar sind. Die Projektmitglieder erwarten durch die Minimierung der Rüstzeiten eine Maximierung der Produktivität, verbesserte Nachhaltigkeit, einen geringeren Kapitalaufwand, höhere Prozesssicherheit und Energieeffizienz sowie einen direkten wirtschaftlichen Nutzen innerhalb einer Bandbreite von ca. 10 bis 30 Millionen Euro pro Jahr. "Durch den Technologietransfer ist sogar ein indirekter wirtschaftlicher Nutzen von ca. 800 Millionen Euro denkbar", so Prof. Dr. Volker Hessel. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Standardisierung und Weiterentwicklung von mikrostrukturierten Reaktoren für die Massenproduktion, da diese bisher nur in Labor- und Pilotanlagen eingesetzt werden konnten.

Der wichtigste Aspekt hierfür ist eine starke fachübergreifende Bündelung von Wissen. Durch das Projekt wird das Know-how von Marktführern und größeren Firmen im Bereich der Mikroverfahrenstechnik europäischen Klein- und Mittelständischen Unternehmen (KMU), die bisher wenig Kontakt mit Mikroverfahrenstechnik hatten, zugänglich gemacht und auch branchenübergreifend transferiert. In fünf industriell bedeutsamen Musterapplikationen soll das Konzept in europäischen KMUs unterschiedlichster Branchen demonstriert werden. Einsatzbereiche sind die Bereiche Lebensmittelzusatzstoffe, Biotreibstoffe, Biomassenumwandlung und Spezialchemie. Dabei wird zunächst Italien, als viertgrößter europäischer Chemiemarkt, als Testgebiet fungieren.

Das Projekt COPIRIDE ist eingebunden in das 7. Europäische Forschungsrahmenprogramm, Förderkennzeichen CP-IP 228853.

Dr. Stefan Kiesewalter | idw
Weitere Informationen:
http://www.copiride.eu

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut
20.10.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Aus der Moosfabrik
20.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise