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Bayreuther Hydrologen untersuchenr Abbau-Prozesse von Pharmaka im Wasser

30.11.2007
Das Verhalten von Arzneimittel-Wirkstoffen in Flüssen untersuchen Bayreuther Hydrologen in einem neuen, DFG-geförderten Forschungsprojekt.

Ziel ist es, durch die Quantifizierung der Stoff- und Wasserflüsse im Untersuchungsgebiet sowie der experimentell zugänglichen Abbauprozesse im Oberflächenwasser indirekt abzuschätzen, welche Rolle das Gewässer-Sediment bei der Eliminierung von Arzneimitteln aus dem Oberflächenwasser spielt.

Bayreuth (UBT). Nach ihrer Anwendung gelangen Arzneimittel-Wirkstoffe mit dem Abwasser in Kläranlagen. Dort werden viele der Wirkstoffe nur teilweise aus dem Abwasser entfernt, so dass sie mit dem Kläranlagen-Ablauf in den Vorfluter eingetragen werden können. Dies hat zur Folge, dass inzwischen in den meisten Flüssen, die Einträge aus Kläranlagen erhalten, zahlreiche Substanzen aus unterschiedlichen therapeutischen Wirkstoffgruppen nachgewiesen wurden.

Das Verhalten einiger solcher Arzneimittel-Wirkstoffe in einem Abschnitt des Roten Mains zwischen Bayreuth und Neudrossenfeld ist Gegenstand eines neuen, von der DFG geförderten Forschungsvorhabens am Lehrstuhl für Hydrologie. Unter der Leitung von Dr. Michael Radke soll in den kommenden drei Jahren am Beispiel einiger "saurer" Wirkstoffe untersucht werden, welchen Anteil verschiedene Abbau-Prozesse im Fluss bzw. im Sediment an der Elimination der Pharmaka aus dem Wasser des Roten Mains haben.

Als Modellsubstanzen werden unter anderem einige Schmerzmittel (Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen) und Lipidsenker (Bezafibrat, Clofibrinsäure) verwendet. Einige der Modellsubstanzen werden im Flusswasser photochemisch abgebaut, andere wiederum biologisch in Kontakt mit dem Gewässer-Sediment.

Das neue Projekt verfolgt einen systemorientierten Ansatz, der zum Ziel hat, durch die Quantifizierung der Stoff- und Wasserflüsse im Untersuchungsgebiet sowie der experimentell zugänglichen Abbauprozesse im Oberflächenwasser indirekt abzuschätzen, welche Rolle das Gewässer-Sediment bei der Eliminierung von Arzneimitteln aus dem Oberflächenwasser spielt.

Jürgen Abel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de/

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