Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vielfalt mikrobiellen Lebens: Lösungsansätze für Biotechnologie, Umwelt und Medizin

01.10.2007
Mit der funktionellen Genomforschung an Mikroorganismen befasst sich die internationale Fachtagung ProkaGENOMICS 2007, die vom 7. bis 10. Oktober an der Georg-August-Universität stattfindet.

Zu dieser "3rd European Conference on Prokaryotic Genomics" werden rund 400 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland an der Georgia Augusta erwartet. Renommierte Experten bieten dabei Einblicke in die "faszinierende und weitgehend ungenutzte Vielfalt mikrobiellen Lebens", so Tagungsleiter Prof. Dr. Wolfgang Liebl vom Institut für Mikrobiologie und Genetik.

Auf dem Programm stehen insgesamt rund 60 Vorträge; außerdem werden mehr als 180 Posterpräsentationen mit aktuellen Forschungsergebnissen zu sehen sein. Dabei geht es auch um Pathogenitätsmechanismen krankheitserregender Keime. Veranstaltet wird die Tagung von den GenoMik-Plus-Netzwerken Göttingen, Bielefeld und Würzburg in Zusammenarbeit mit der DECHEMA, der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie.

"Tiefgreifende Veränderungen wie die signifikante Verknappung von Rohstoffen und Energie, eine zunehmende Umweltverschmutzung, der steigende Bedarf an Nahrungsmitteln oder auch die vermehrte Bedrohung der Menschen durch Infektionskrankheiten haben weltweit Einfluss auf Gesundheit, Ernährung und Umwelt. Die Erforschung und Nutzung von Mikroorganismen bietet eine noch weitgehend ungenutzte Chance, um neuartige Lösungsansätze für diese globalen Probleme zu finden", so Prof. Liebl. Zwar seien bereits eine Reihe von Bakterien, die zum Beispiel Krankheiten hervorrufen oder für biotechnologische Produktionsverfahren eingesetzt werden können, sehr genau untersucht worden, einschließlich der Entschlüsselung ihrer kompletten Erbinformation.

Die große Mehrzahl der in der Natur vorkommenden Mikroorganismen könne jedoch bisher nicht im Labor gezüchtet werden. "Genombasierte Forschungsansätze, wie sie auf unserer Fachtagung vorgestellt und diskutiert werden, sind von zentraler Bedeutung sowohl für die detaillierte Analyse von bekannten, medizinisch, biotechnologisch und umweltrelevanten Bakterien, als auch für die Untersuchung und Nutzung der immensen mikrobiellen Vielfalt in der Natur", so der Göttinger Wissenschaftler.

Mit der Förderinitiative Genomforschung an Mikroorganismen (GenoMik-Plus) hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung die strukturellen Voraussetzungen geschaffen, um das Potential von Mikroorganismen über die Analyse ihrer Erbinformation für die Entwicklung neuer Produkte und industrieller Produktionsprozesse sowie die Bekämpfung von Krankheitserregern nutzbar zu machen. Daran arbeiten die drei Forschungsnetzwerke mit Zentren in Göttingen, Bielefeld und Würzburg. Die Zentrale des Netzwerkes BiotechGenoMik unter der Leitung von Prof. Liebl ist an der Georgia Augusta angesiedelt. Die diesjährige Fachtagung der GenoMik-Plus-Netzwerke wird am Sonntag, 7. Oktober 2007, mit Vorträgen von Prof. Dr. Ed DeLong vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge (USA) und Nobelpreisträger Prof. Dr. Hartmut Michel vom Max-Planck-Institut für Biophysik in Frankfurt eröffnet. Prof. DeLong wird über die Erschließung komplexer mikrobieller Lebensgemeinschaften durch genomische Forschungsansätze referieren. In dem zweiten Vortrag informiert Prof. Michel am Beispiel des an extreme Hitze angepassten Bakteriums Aquifex aeolicus über funktionelle Analysen von Membranstrukturen. Das vollständige Tagungsprogramm ist im Internet unter der Adresse http://events.dechema.de/prokagenomics2007.html abrufbar.

Kontaktadresse:
Prof. Dr. Wolfgang Liebl
Georg-August-Universität Göttingen
Institut für Mikrobiologie und Genetik
Abteilung Genomische und Angewandte Mikrobiologie
Grisebachstraße 8, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-3795, Fax (0551) 39-4897
e-mail: wliebl@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | idw
Weitere Informationen:
http://www.genomik.uni-goettingen.de
http://events.dechema.de/prokagenomics2007.html

Weitere Berichte zu: Bakterium Biotechnologie Mikroorganismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mit den Augen der Biene: Zoologe der Uni Graz entwickelt Verfahren zur Verbesserung dunkler Bilder
11.12.2017 | Karl-Franzens-Universität Graz

nachricht Molekulare Chaperone als Helfer gegen Chorea-Huntington identifiziert
11.12.2017 | Leibniz-Forschungsinstitut für Molekulare Pharmakologie (FMP)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie