Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscherteam der TU Berlin entwirft Bioreaktoren für lebenswichtige Zellen

25.09.2007
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Berlin entwickeln derzeit einen Bioreaktor, der menschlichen oder tierischen Zellen ideale Wachstumsbedingungen bietet.

"Damit könnte man beispielsweise Medizinern helfen, passendes Zellgewebe für ihre Patienten zu züchten", sagt Prof. Dr. Rudibert King, der das Forscherteam koordiniert. "Solche Reaktoren lassen sich auch nutzen, um Wirkstoffe für Arzneien herzustellen."

Ärzte, Biotechnologen und Pharmazeuten wissen heute viel mehr über die Bildung und das Wachstum von Zellen in Organismen. Doch die technische Nutzung dieser Erkenntnisse lässt auf sich warten. "Für die TU Berlin bot sich damit die Gelegenheit, den technologischen Unterbau systematisch zu schaffen", erzählt King. "Wir haben ein interdisziplinäres Verbundprojekt initiiert, das vier Fachgebiete unserer Universität vereint."

Die Forschungen zielen vor allem auf Schäume aus Aluminiumoxid, einer Keramik, die sich anfühlt wie ein harter Zigarettenfilter. Vorbild für diese Idee ist die Natur: Der menschliche Knochen besteht im Innern aus einer lockeren, schaumartigen Substanz, aus Hydroxilapatit und Kollagen, in dem sich das Knochenmark befindet.

Dort siedeln die Zellen, die zu weißen oder roten Blutkörperchen ausreifen. "Das von uns verwendete Aluminiumoxid erwies sich als ideale Kinderstube für solche Zellen", erläutert King. "Ähnlich wie im Knochen vermehren sich die Zellen, wenn man sie mit Nährlösung versorgt und die Abfallprodukte des Stoffwechsels abführt."

Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass sich die Zellen an der Keramik viel wohler fühlen, als beispielsweise in einer Nährlösung im Reagenzglas.

Bislang gibt es einige kleine Prototypen des Schaums im Labor. "Es kommt darauf an, unsere Ergebnisse in großem Maßstab umzusetzen", sagt King. Bei den Keramikschäumen stellte sich bald heraus, dass es nicht genügt, größere Schäume herzustellen, um mehr Zellen wachsen zu lassen. Deshalb setzen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Berlin jetzt auf ein modulares Konzept: In dem Bioreaktor werden Hunderte kleine Schwämme miteinander kombiniert.

Weitere Informationen: Dipl.-Ing. Margrit Valentin, Institut für
Prozess- und Verfahrenstechnik, Technische Universität Berlin, Tel.:
030/314-79569, E-Mail: mailto:margit.valentin@tu-berlin.de

Christoph Lang | Berlin Partner GmbH
Weitere Informationen:
http://www.berlin-partner.de/wissenschaft
http://www.berlin-sciences.com

Weitere Berichte zu: Aluminiumoxid Bioreaktor Keramik Nährlösung Schäume

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neue Waffe gegen Diabetes
09.12.2016 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Rezept für ein motorisches Neuron
09.12.2016 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher entschlüsseln, wie Pflanzen ihre Blätter abwerfen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

"Wächter des Genoms": Forscher aus Halle liefern neue Einblicke in die Struktur des Proteins p53

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie