Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gen unterscheidet Duft von Gestank

17.09.2007
Androstenon kann nach Blumen oder Urin riechen

Eine geringe Abweichung im genetischen Code entscheidet, ob ein gewisser Geruch für einen Menschen nach Blumen duftet, nach Schweiß oder Urin stinkt oder überhaupt nicht wahrgenommen wird.

Bei betreffender Substanz handelt es sich um Androstenon, ein Abbauprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron. Amerikanische Forscher untersuchten die Reaktion von 391 Testpersonen auf den Geruch und stellten mit ihrer Studie erstmals eine direkte Verbindung zwischen genetischen Unterschieden eines Duftrezeptors und der Wahrnehmung einer Substanz dar.

Wissenschaftler der Rockefeller University in New York konfrontierten die Probanden mit 66 verschieden Substanzen, während sie 335 Geruchsrezeptoren untersuchten. Der Rezeptor OR7D4 zeigte die stärkste Reaktion auf Androstenon sowie das verwandte Androstadienon und reagierte auf keinen der anderen 64 Gerüche. Dabei stellte sich heraus, dass Unterschiede im genetischen Code des Rezeptors für die gegensätzlichen Reaktionen der Testpersonen verantwortlich waren. Während ein Teil der Menschen Androstenon als übelriechend wahrnahmen, beschrieben ihn andere als süßlich. Eine dritte Gruppe nahm den Geruch überhaupt nicht wahr.

... mehr zu:
»Androstenon »Geruch »Rezeptor »Urin

Der Austausch von lediglich zwei Aminosäuren genügte, um die Funktion des Rezeptors deutlich zu behindern. "Wir haben immer geglaubt, dass der Mechanismus mit Unterschieden bei den Rezeptoren zusammenhängt", so Gary Beauchamp, der sich in seinen Forschungen mit der Funktion von Androstenon beschäftigt, gegenüber Nature. Nun habe sich die Vermutung bestätigt. Die Erkenntnisse könnten eine wichtige Rolle bei der Einordnung des Geruchsstoffes führen. Bislang ist nicht geklärt, ob Androstenon zu den menschlichen Sexualhormonen gezählt werden soll oder nicht.

Während sich die Wissenschaftler in diesem Punkt noch uneins sind, werden Androstenon-Sprays von verschiedenen Anbieter bereits als menschliche Pheromone und "wissenschaftlich bewiesene Sexual-Lockstoffe" angepriesen. Anhand der neuen Erkenntnisse sollen nun die Auswirkungen des Geruchsstoffes auf verschiedene physiologische Reaktionen und Verhaltensweisen bei Menschen untersucht werden.

Georg Eckelsberger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.rockefeller.edu

Weitere Berichte zu: Androstenon Geruch Rezeptor Urin

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Superkondensatoren aus Holzbestandteilen
24.05.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Was einen guten Katalysator ausmacht
24.05.2018 | Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Was einen guten Katalysator ausmacht

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Superkondensatoren aus Holzbestandteilen

24.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Schaltschrank-Plattform für die Energiewelt

24.05.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics