Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Leukämie: Genmutationen bei Kindern identifiziert

08.03.2007
Forscher verbinden Ergebnisse mit Hoffnung auf neue Therapieansätze

Wissenschaftler des St. Jude Children's Research Hospital in Memphis haben Genmutationen identifiziert, die bislang noch nicht unter Verdacht standen, zum Ausbruch akuter lymphatischer Leukämie (ALL) bei Kindern beizutragen. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature". Die neuen Erkenntnisse liefern nicht nur weitere Ansätze zur Entwicklung von Therapien, sondern zeigen zugleich auch einen möglichen Weg, um Mutationen bei Erwachsenen mit einer Krebserkrankung zu bestimmen.

ALL wird von bösartig entarteten Vorläuferzellen der Lymphozyten verursacht. Die amerikanischen Wissenschaftler untersuchten mehr als 350.000 DNA-Fragmente in Proben von 242 Patienten. Im Fokus standen dabei individuelle Variationen der DNA, die sich über die menschlichen Chromosomen verteilen. Das Ergebnis: Bei 40 Prozent der untersuchten Patienten war mindestens eins von drei Genen mutiert, welche die Ausdifferenzierung von Vorläuferzellen in B-Lymphzyten kontrollieren.

Mit 30 Prozent am häufigsten mutiert war das Gen "PAX5". Diese Veränderung reduziert entweder die Menge jenes Proteins, das durch das Gen kodiert wird, oder sorgt dafür, dass das Protein nicht voll funktionsfähig ist. Darüber hinaus fanden die Forscher auch Mutationen in anderen Genen, die für die Differenzierung von B-Zellen wichtig sind. Gemeinsam koordinieren diese Gene jene komplexen Vorgänge, bei denen sich Vorläuferzellen in B-Lymphozyten ausdifferenzieren. Bei ALL-Patienten funktioniert dieser Mechanismus allerdings nicht normal, so dass Vorläuferzellen in ihrem frühen Entwicklungsstadium verharren und sich vermehren.

"Die Identifizierung der Gene war sehr überraschend," sagt Seniorautor James Downing. "Es ist allerdings zu beachten, dass mit der von uns angewandten Methode nicht jedes Gen in den untersuchten Bereichen untersucht werden könnte - die tatsächliche Zahl der Mutationen könnte also durchaus noch höher liegen."

"Die neuen Einblicke in die Differenzierung von B-Zellen sind sehr wertvoll", sagt Ching-Hon Pui, Vorsitzender der American Cancer Society und Co-Autor der Studie. "Je mehr wir darüber wissen, warum die Vorläuferzellen in diesem primitiven und Krebs verursachenden Status verharren, desto eher werden wir in der Lage sein, neue Therapiemöglichkeiten zu entwickeln, um diese Zellen zu töten."

Christoph Marty | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com/

Weitere Berichte zu: Gen Genmutationen Leukämie Mutation Vorläuferzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen
12.12.2017 | Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften

nachricht Undercover im Kampf gegen Tuberkulose
12.12.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik