Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Menschlicher Stoffwechsel im Labor nachgebildet

30.01.2007
Computermodell bildet alle biochemischen Vorgänge ab

Wissenschafter der University of California haben ein "virtuelles" Modell aller biochemischen Vorgänge in den Zellen des Menschen im Labor geschaffen. Sie hoffen, dass das Computermodell Forschern ermöglichen wird, mit Stoffwechselprozessen zu experimentieren und so neue Behandlungsansätze zum Beispiel gegen zu hohe Cholesterinwerte zu finden. Sie gehen davon aus, dass dieses Modell auch dafür eingesetzt werden kann, maßgeschneiderte Diäten zur Gewichtskontrolle zu erstellen. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Sechs Biotechniker analysierten das menschliche Genom dahingehend, welche Gene Stoffwechselvorgängen wie der Herstellung von Enzymen entsprechen. Ein Jahr lang werteten sie 1.500 Bücher, Fachmagazine und Forschungsmeldungen aus den letzten 50 Jahren aus. Anschließend wurde eine Datenbank mit 3.300 Stoffwechselreaktionen erstellt. Diese Informationen waren die Grundlage für einen Plan der metabolischen Vorgänge in der Zelle. Laut dem leitende Wissenschafter Bernhard Palsson könnte der Plan dafür eingesetzt werden, herauszufinden, was passiert, wenn ein Medikament auf eine bestimmte Reaktion des Stoffwechsels wie die Synthese von Cholesterin abzielt. Zusätzlich könnte vorhergesagt werden, was geschieht, wenn Stoffwechselreaktionen in einer bestimmten Zellart, wie Blut- oder Herzzellen verändert werden.

"Das neue Verfahren ermöglicht Forschern auf bisher unmögliche Art, an einem virtuellen Stoffwechsel zu arbeiten und die Vorhersagen des Modells an realen Zellen zu testen." Es gibt hunderte Krankheiten, die auf Problemen mit dem Stoffwechsel beruhen. Bei einer hämolytischen Anämie zum Beispiel werden die roten Blutkörperchen zu rasch abgebaut. Um das Computermodell zu testen, ließ das Team 288 verschiedene Simulationen wie die Synthese von Hormonen und den Fettstoffwechsel durchlaufen. "Wir alle verfügen über natürliche Abweichungen in unseren Fähigkeiten zum Beispiel Cholesterin herzustellen. Das Erstellen eines metabolischen Modells für einen bestimmten Menschen ist eine verlockende Perspektive."

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ucsd.edu
http://www.pnas.org

Weitere Berichte zu: Cholesterin Computermodell Labor Stoffwechsel Stoffwechselreaktion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Auf der molekularen Streckbank
24.02.2017 | Technische Universität München

nachricht Sicherungskopie im Zentralhirn: Wie Fruchtfliegen ein Ortsgedächtnis bilden
24.02.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie