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Malaria-Genom geknackt

15.02.2002


Hoffnung auf effektive Medikamente gegen heimtückische Krankheit

Einem britisch-amerikanischen Wissenschaftsteam ist es gelungen das Malaria-Genom zu entschlüsseln. Demnach besteht das parasitäre Plasmodium Falciparum-Genom aus 25 Mio. DNA-Einheiten mit 5.600 Genen. Das teilte die New York Times in ihrer Dienstag-Ausgabe mit. Mit Hilfe des genauen Wissens über das Malaria-Genom hoffen die Forscher auf ein baldiges effektives Medikament gegen die heimtückische Krankheit.

Nach sechs Jahren Forschungsarbeit, die mehr als 20 Mio. Dollar verschlungen hat, konnten die Forscher Malcolm Gardner vom Institute for Genomic Research in Rockville, Maryland und Neil Hall, Bart Barrell vom Sanger Zentrum in Cambridge, England, den Parasiten dekodieren. Der Parasit ist eine einzellige Protozoe, deren Genom aber ähnlich dem von Bakterien ist, so die Wissenschaftler. "Die Komplexität ist aufgrund der verschiedenen Erscheinungsformen des Einzellers während seines ganzen Lebens notwendig", so Gardner. Plasmodium falciparum ändert während seiner "Laufbahn" mehrere Male seine Form, sein Aussehen und seinen Auftritt. "Das hat es bisher auch so schwer gemacht, effektiv gegen den Malaria-Erreger vorzugehen", so der Forscher.

Der Forscher Daniel Goldberg von der Washington University in St. Louis studiert seit einiger Zeit die Enzyme, die der Parasit zur Zerlegung vom menschlichen Hämoglobin verwendet. Damit soll das trickreiche Auftreten des Einzellers genau nachvollzogen werden. Im kommenden Sommer sollen dann die 14 Chromosomen des gefährlichen Erregers fertig entschlüsselt sein. Bisher gelang es den beiden Forschungsanstalten erst vier Chromosomen zu entziffern.

Dass die Zeit drängt ist den Wissenschaftlern klar, denn obwohl Europa und die USA noch malariafrei sind, häufen sich in den tropischen Gebieten Afrikas und Asiens die Malaria-Todesfälle. Der Grund dafür liegt in der Wirkungslosigkeit der bisher verwendeten Medikamente.

Wolfgang Weitlaner | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.nytimes.com/2002/02/12/health/genetics/12MALA.html

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