Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auch Fische haben eine Persönlichkeit

23.11.2006
Es gibt tapfere und auch feige Regenbogenforellen

Nicht nur Säugetiere haben einen Charakter, wie Forscher der University of Liverpool nun herausgefunden haben. Auch Regenbogenforellen können tapfer oder feig sein - je nach dem, was sie in ihrem Leben gesehen oder gelernt haben, berichten die Wissenschaftler in der jüngsten Online-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature. Ausschlaggebend für das Verhalten der Fische scheinen verlorene oder gewonnene Kämpfe unter Artgenossen zu sein.

Die Forscher um die Biologin Lynne Sneddon haben nach Untersuchungen verschiedene Persönlichkeiten von Forellen identifizieren können. Wie Menschen hätten diese Tiere ganz unterschiedlich auf neue Konfrontationen reagiert. Während sich die einen interessiert zeigten, waren andere sehr zurückhaltend oder sogar ängstlich. Was die Forscher allerdings besonders interessierte, war der Umstand, ob die Fische ihr Verhalten aufgrund veränderter Lebensumstände auch ändern können. Dazu hatten die Wissenschaftler besonders neugierige und interessierte Fische und besonders scheue und zurückhaltende Fische separiert.

Die Idee der verschiedenen Tier-Charaktere liegt der Lehre des "behavorialen Syndroms" bei Tieren zugrunde. Diese Theorie versucht zu erklären, warum sich verschiedene Spezies nicht immer ihren Lebensumständen entsprechend verhalten. Ein aggressives Männchen etwa mag zwar zur Abwehr seines Reviers gut gerüstet sein, könnte aber aufgrund seines Verhaltens auch Weibchen davon abhalten, sich mit ihm zu paaren. Die Forscher hatten die Tiere in verschiedene Situationen gebracht, in denen sie teilweise als Gewinner von Kämpfen, aber auch als Verlierer ausstiegen.

... mehr zu:
»Regenbogenforellen

Sneddon hat in ihren Versuchen nun festgestellt, dass Schüchternheit und Verwegenheit von physiologischen Faktoren wie etwa Stresshormon-Werten abhängen. Wenn Fische einen Kampf verlieren, erhöhen sich diese Stresshormon-Werte wie etwa jenes von Cortisol. Das macht sie in zukünftigen Kämpfen umsichtiger. Zudem konnten die Forscher feststellen, dass die Fische sehr genau das Verhalten anderer Fische beobachteten. Wie vorhersehbar waren schüchterne Fische, die einen Kampf gewonnen hatten, danach zuversichtlicher. Unerwarteterweise waren schüchterne Fische, die im Kampf verloren hatten, danach bei der Nahrungssuche wagemutiger. Das sei eine Art "Desperado-Effekt", meint die Forscherin. Schüchterne Fische, die über ihren Charakter Bescheid wissen, müssten um ihre Nahrung noch stärker kämpfen, damit sie überhaupt etwas zu fressen bekommen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.liv.ac.uk
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Regenbogenforellen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher finden neue Ansätze gegen Wirkstoffresistenzen in der Tumortherapie
15.12.2017 | Universität Leipzig

nachricht Moos verdoppelte mehrmals sein Genom
15.12.2017 | Philipps-Universität Marburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik