Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bienen können ihren Tagesablauf planen

06.11.2006
Bienen besuchen Blüten und sammeln dort Nektar und Pollen. Diese Aufgabe scheint einfach. Tatsächlich aber ist sie sehr kompliziert: Die Blüten sehen jeweils anders aus, stehen an unterschiedlichen Orten und produzieren den Nektar in unterschiedlichen Mengen - und das auch noch zu unterschiedlichen Tageszeiten.

Um unter diesen Umständen einen Sammelausflug möglichst gewinnbringend gestalten zu können, wäre eine Vorausplanung des Arbeitsprogramms sinnvoll. Und in der Tat besitzen Honigbienen genau dafür das nötige Rüstzeug, wie Forscher aus Würzburg und Canberra herausgefunden haben.

Shaowu Zhang von der Australian National University in Canberra sowie Sebastian Schwarz, Mario Pahl und Jürgen Tautz vom Biozentrum der Universität Würzburg haben erstmals nachgewiesen, dass Honigbienen rasch lernen, zur richtigen Zeit am rechten Ort das jeweils Richtige zu tun. Die Bienen sind somit prinzipiell dazu in der Lage, ein vorher festgelegtes Tagesprogramm abzuarbeiten.

Wie sie zu dieser Erkenntnis gelangt sind, beschreiben die Wissenschaftler in der neuesten Ausgabe des "Journal of Experimental Biology". Sammelbienen, die zwischen ihrem Nest und einer Futterstelle hin- und herflogen, bekamen an jedem der beiden Ziele zwei unterschiedlich gemusterte Zugänge angeboten. Einer davon führte zum Futter oder ins Nest, der andere dagegen endete in einer Sackgasse.

... mehr zu:
»Biene »Honigbiene

In einem ersten Experiment wurde den Bienen an beiden Orten die gleiche Auswahlmöglichkeit angeboten, wobei die richtigen Zugänge jeweils identisch markiert waren. Allerdings wechselte das Muster, das zum ersehnten Ziel (Futter oder Nest) führte, vom Vormittag auf den Nachmittag. "Dabei lernten die Bienen sehr rasch, die Tageszeit mit dem jeweils Erfolg versprechenden Muster zu verbinden", so Tautz.

In einer weiteren Komplizierung des Testes bekamen die Bienen am Futterplatz und am Nesteingang die optische Kennzeichnung so dargeboten, dass das Muster, das am Nesteingang richtig war, am Futterplatz falsch war und umgekehrt. Auch hier lernten die Bienen schnell, sich darauf einzurichten. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wechselten auch bei dieser Versuchsanordnung "richtig" und "falsch" vom Vormittag auf den Nachmittag. Aber auch jetzt noch lernten die Bienen mit einer geringen Fehlerrate, an welchem Ort und zu welcher Zeit ein Muster richtig und an welchem Ort es falsch ist.

"Das bedeutet, dass Honigbienen die Information über Ort, Zeit und den dazugehörigen Handlungsbedarf als Arbeitsprogramm abspeichern und entsprechend umsetzen können", erklärt der Würzburger Bienenexperte. Ob Honigbienen auf der Grundlage dieser Fähigkeiten ihre Handlungen und den Ablauf eines Tagesprogramms tatsächlich auch planen, können die Forscher nicht sagen. Das Rüstzeug dafür besitzen die Insekten aber auf jeden Fall.

Zhang, S., Schwarz, S., Pahl, M., Hong Zhu and J. Tautz: "Honeybee memory: A honeybee knows what to do and when", Journal of Experimental Biology 2006: 209, Seiten 4420 - 4428, DOI 10.1242/jeb.02522

Hinweis für Redaktionen/Journalisten: Weitere Informationen erhalten Sie bei Prof. Dr. Jürgen Tautz, T (0931) 888-4319, E-Mail: tautz@biozentrum.uni-wuerzburg.de

Die Originalpublikation können Sie als pdf-Datei bei der Pressestelle der Universität anfordern, T (0931) 31-2750, presse@zv.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

Weitere Berichte zu: Biene Honigbiene

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Biologischer Lichtsensor in Aktion gefilmt
15.06.2018 | Paul Scherrer Institut (PSI)

nachricht Belohnung fürs Gehirn
15.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics