Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stammzellen verlängern die Lebensdauer von künstlichen Gelenken

16.10.2006
Wissenschaftsstadt Dresden - Aktuelles aus der Forschung:Medizin

Ob Treppensteigen oder Schuhe zubinden - wenn das Hüftgelenk stark abgenutzt ist, können die einfachsten Bewegungen zur Qual werden. Als letztes Mittel bleibt hier oft nur der Einsatz einer Prothese. Ein künstliches Gelenk gibt dem Patienten die alte Bewegungsfreiheit weitgehend zurück; es hält im Durchschnitt jedoch nur zwischen 10 und 20 Jahren.

Danach muss es in einer erneuten Operation ersetzt werden. Aufgrund des Abriebs, den die Prothese am Knochen verursacht, lässt sich ein solcher Wechsel etwa zwei bis dreimal wiederholen. Danach ist der Patient im ungünstigsten Fall auf den Rollstuhl angewiesen. Wissenschaftler der Universität Dresden haben jetzt ein Verfahren entwickelt, mit dem möglicherweise die Lebensdauer von gewechselten Endoprothesen verlängert werden kann.

Sie entnehmen dem Patienten Stammzellen aus dem Beckenkamm und reichern sie mit Wachstumsfaktoren so an, dass sie sich in Richtung Knochenzellen entwickeln. Diese Zellen sollen dann dem Patienten eingespritzt werden und ein besseres Anwachsen der Prothese bewirken. Nachdem die vorexperimentelle Phase inzwischen abgeschlossen ist, wird im nächsten Jahr mit den Klinischen Studien begonnen.

... mehr zu:
»Gelenk »Prothese »Stammzelle

In einem weiteren Projekt untersuchen die Mediziner die Möglichkeit, Stammzellen einzusetzen, um Defekte am Kniegelenk auszugleichen. Dies betrifft Patienten, die durch Unfälle oder Erkrankungen hier Knorpelverluste erlitten haben. Adulte Stammzellen aus dem Beckenkamm werden auf Trägermaterialien angezüchtet und dann dem Patienten injiziert. Die Zellen wachsen an und vermehren sich und gleichen so den Knorpelverlust wieder aus.

Kontakt:
Prof. Dr. med. Klaus-Peter Günther
Direktor der Klinik und Poliklinik für
Orthopädie
Fetscherstr. 74
01307 Dresden
Tel: 0351 - 4583137
E-Mail: klaus-peter.guenther@uniklinikum-dresden.de
Im Jahr seines 800. Jubiläums ist Dresden vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als "Stadt der Wissenschaft 2006" ausgezeichnet worden. Als vielfältigste Wissenschaftslandschaft im Osten Deutschlands verfügt Dresden über eine Infrastruktur von zehn Hochschulen, drei Max-Planck-, vier Leibniz- und elf Fraunhofer-Instituten. Hinzu kommen zahlreiche Transfereinrichtungen, Netzwerke, Kompetenzzentren sowie forschende Unternehmen. Mit der Reihe "Aktuelles aus der Forschung" möchte das Projektbüro "Stadt der Wissenschaft 2006" herausragende Projekte aus den Dresdner Wissenschaftseinrichtungen vorstellen und Ansprechpartner für die weitere Recherche bieten.

Susann Pfeiffer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dresden-wissenschaft.de

Weitere Berichte zu: Gelenk Prothese Stammzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen
16.01.2018 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

nachricht Leuchtende Echsen - Knochenbasierte Fluoreszenz bei Chamäleons
15.01.2018 | Staatliche Naturwissenschaftliche Sammlungen Bayerns

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal mit neuem Onlineauftritt - Lösungskompetenz für alle IT-Szenarien

16.01.2018 | Unternehmensmeldung

Die „dunkle“ Seite der Spin-Physik

16.01.2018 | Physik Astronomie

Wetteranomalien verstärken Meereisschwund

16.01.2018 | Geowissenschaften