Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ursache für plötzlichen Kindstod an drei Genen ausgemacht

28.08.2006
Lungenfunktion ist vermindert, Immunsystem geschwächt

Für Babys, die mit einer Abweichung in drei spezifischen Genen geboren werden, erhöht sich das Risiko eines plötzlichen Kindstodes (SIDS) um das 14-fache. Das haben Wissenschaftler der Universität Manchester aufgedeckt. Vor fünf Jahren ist es ihnen bereits gelungen, einen Zusammenhang zwischen SIDS und bestimmten Varianten des Gens Interleukin-10 (IL-10) festzustellen. Jetzt konnten die Forscher auch Mutationen in den Genen Interleukin-6 (IL-6) und VEGF als Ursachen für SIDS identifizieren. Während die ersten zwei Gene eine Rolle bei der körpereigenen Immunreaktion gegen Entzündungen spielen, ist das VEGF-Gen ein essenzieller Wachstumsfaktor für die Entwicklung der Lungen. Die Studienergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Human Immunology veröffentlicht.

Die Forscher analysierten die DNA von 25 an SIDS gestorbenen Säuglingen und suchten nach Abweichungen in fünf bestimmten Genen. Dabei entdeckten sie, dass die drei betreffenden Gene signifikante Unterschiede mit jenen der Kontrollgruppe vorwiesen. Den Wissenschaftlern zufolge könnte die Kombination einer verminderten Lungenfunktion und eines geschwächten Immunsystems das Risiko auf SIDS bei Babys steigern. "Wir haben jetzt drei Gene unterscheiden können, die sehr eng mit einem plötzlichen Kindstod im Zusammenhang stehen", erklärt Studienleiter David Drucker. "Diese könnten dazu führen, dass Babys in einer Phase mit einer geringeren Immunität Infektionen nicht gewachsen sein." Die meisten Säuglinge sterben zwischen ihrem zweiten und vierten Lebensmonat.

"Diese Studie hat unsere Kenntnisse über die Ursachen von SIDS erheblich erweitert: Wir wissen jetzt, dass es keine simple Erkrankung ist, sondern eine Sammlung von verschiedenen Todesursachen", so Drucker. "Jetzt, wo wir wissen, wie wir Risikobabys identifizieren können, kann die Gesundheitspflege sich explizit auf die verletzlichsten Kinder richten." Laut dem Forscher könnte diesen Kindern im Prinzip ein frei erhältliches Immunserum verabreicht werden. Daneben könnten die Mütter persönlich über die Einschränkung von anderen Risikofaktoren, wie etwa eine gefährliche Schlafhaltung, beraten werden. Ein noch hinzukommender Vorteil sei, dass forensische Wissenschaftler künftig durch genetische Proben beurteilen könnten, ob ein Baby tatsächlich an den Folgen von SIDS gestorben ist. So können tragische Fehltritte der Justiz, die in der Vergangenheit zu unberechtigten Verurteilungen geführt haben, in Zukunft vermieden werden.

Reanne Leuning | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.manchester.ac.uk
http://www.elsevier.com/locate/humimm

Weitere Berichte zu: Baby Gen Kindstod SIDS

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mit Algen Arthritis behandeln
23.08.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Chaos bei der Zellteilung – wie Chromosomenfehler in Krebszellen entstehen
23.08.2017 | Deutsches Krebsforschungszentrum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Platz 2 für Helikopter-Designstudie aus Stade - Carbontechnologie-Studenten der PFH erfolgreich

Bereits lange vor dem Studienabschluss haben vier Studenten des PFH Hansecampus Stade ihr ingenieurwissenschaftliches Können eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Malte Blask, Hagen Hagens, Nick Neubert und Rouven Weg haben bei einem internationalen Wettbewerb der American Helicopter Society (AHS International) den zweiten Platz belegt. Ihre Aufgabe war es, eine Designstudie für ein helikopterähnliches Fluggerät zu entwickeln, das 24 Stunden an einem Punkt in der Luft fliegen kann.

Die vier Kommilitonen sind im Studiengang Verbundwerkstoffe/Composites am Hansecampus Stade der PFH Private Hochschule Göttingen eingeschrieben. Seit elf...

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungen

6. Leichtbau-Tagung: Großserienfähiger Leichtbau im Automobil

23.08.2017 | Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Turbulente Bewegungen in der Atmosphäre eines fernen Sterns

23.08.2017 | Physik Astronomie

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2017

23.08.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Mit Algen Arthritis behandeln

23.08.2017 | Biowissenschaften Chemie