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Zellulärer Mechanismus schützt vor Tumorerkrankungen

22.05.2006
Protein Cyld reguliert Onkogene

Forscher des Department für Pharmazie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und der Arbeitsgruppe am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried.de konnten einen Mechanismus aufklären, der das Gen zum Tumorwachstum aktiviert und reguliert. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse gestern, Freitag, in der aktuellen Ausgabe von Cell. Wenn zelluläre Schutzmechanismen versagen, können bestimmte Gene, Onkogene genannt, Tumorwachstum und damit Krebs auslösen, wie beispielsweise Bcl-3. Das Forscherteam fand jetzt heraus, dass ein Protein namens Cyld das Bcl-3 reguliert. Auf diesem Weg schützt es Mäuse vor Tumorwachstum.


Cyld fehlt bei Hauttumor (Foto: dermatologie-am-gaenseliesel.de)

Die Wissenschaftler konnten den zellulären Signalweg aufklären, der bei einem Defekt des Cyld-Gens unkontrolliertes Wachstum auslöst. Es gibt erste Hinweise, dass auch bei Nieren-, Leber-, Gebärmutter- und Dickdarmtumoren ein defektes Cyld-Gen vorliegen kann. Möglicherweise ist Cyld einer der wichtigsten Gegenspieler von Bcl-3 - nicht nur bei Mäusen, sondern auch beim Menschen. Insgesamt gelang dem Forscherteam eine lückenlose Rekonstruktion der Cyld-Interaktion mit Bcl-3. Eine generelle Funktion von Cyld als Tumorsuppressor scheint daher zumindest bei Maus und Mensch nicht unwahrscheinlich. "Damit haben wir eine wichtige Grundlage zur weiteren Forschung gelegt, die durchaus therapeutischen Nutzen haben kann", so Alexander Pfeifer, Forscher des Department für Pharmazie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), im Gespräch mit pressetext. Zukünftig müsse nun erforscht werden, ob Cyld nur in einigen Tumorerkrankungen wie Hautkrebs fehle, wie Zellen Cyld verlieren und welchen therapeutischen Nutzen Cyld haben kann, erklärt Pfeifer abschließend.

Das Wachstum, die Teilung und Differenzierung von Zellen gehören zu den am besten regulierten Vorgängen im Körper. Denn schon eine Zelle, die sich dieser Kontrolle entzieht, kann zu einer Tumorerkrankung führen. Onkogene sind dabei oftmals Auslöser. In der gesunden Zelle wird ihre Aktivität durch Tumorsuppressorgene kontrolliert. Die zellulären Gegenspieler des Onkogens Bcl-3 waren bislang noch nicht bekannt. Als so genannter Transkriptionsfaktor muss das Protein in den Zellkern gelangen, um wirken zu können. Transkriptionsfaktoren initiieren und unterstützen die Abschrift von Genen, also Protein kodierenden DNA-Abschnitten. Dieser Vorgang ist nötig, um die genetische Information bei der Proteinsynthese umsetzen zu können. Bcl-3 kooperiert bei der Genabschrift mit anderen Transkriptionsfaktoren. Sie beeinflussen ebenfalls ein breites Spektrum von Krankheitsprozessen, wie etwa Entzündungen und Immunreaktionen sowie das Zellwachstum.

Ines Gerasch | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.biochem.mpg
http://www.cell.com
http://www.cup.uni-muenchen.de

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