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Helmholtz-Gemeinschaft stärkt Kooperation mit Indien

24.04.2006
Die Helmholtz-Gemeinschaft und das Indian Council of Medical Research (ICMR) werden ihre Zusammenarbeit in der biomedizinischen Forschung ausbauen.
Eine entsprechende Vereinbarung haben heute der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Professor Dr. Jürgen Mlynek, und der Direktor des ICMR, Professor Nirmal Ganguly, unterzeichnet. An der hochrangigen Zeremonie im Rahmen eines deutsch-indischen Wirtschaftstreffens auf der Hannover Messe nahmen Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der indische Premierminister Dr. Manmohan Singh teil.

"Die Zusammenarbeit mit indischen Forschungseinrichtungen wie dem ICMR hat für die Helmholtz-Gemeinschaft eine herausragende Bedeutung und bereits eine lange Tradition", so Mlynek. "Indien hat ein enormes wissenschaftliches Potenzial mit teilweise hervorragend ausgestatteten Labors und hochqualifizierten Studierenden." Die Wissenschaftler beider Organisationen werden sich zunächst auf die biomedizinische Gesundheitsforschung konzentrieren, insbesondere auf Infektions- und Krebsforschung. Ein wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung ist der gegenseitige Austausch von Wissenschaftlern zwischen ICMR und Helmholtz-Gemeinschaft. Federführend auf Seiten der Helmholtz-Gemeinschaft ist die Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) in Braunschweig.

"Wir werden zunächst die Projekte ausbauen, in denen wir schon seit einiger Zeit erfolgreich zusammenarbeiten und die über eine große medizinische Relevanz verfügen", sagte Professor Dr. Rudi Balling, wissenschaftlicher Geschäftsführer der GBF. Dazu gehört zum Beispiel die Erforschung der Mechanismen von Streptokokkeninfektionen, die Scharlach, Hals- und Mandelentzündungen auslösen. Gefährlich sind vor allem die Folgeerkrankungen wie rheumatische Herzerkrankungen, die bei einer unzureichenden Behandlung auftreten können. Indische Partner sind zudem an einem weltweiten Konsortium zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen Hepatitis C beteiligt, das von der GBF koordiniert und von der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung gefördert wird. Dazu wird in Dehli ein Hepatitis-Zentrum aufgebaut, in dem beispielsweise erforscht werden soll, welche genetischen Faktoren dazu führen, dass eine Infektion bei einigen Menschen Krebs auslöst, bei anderen jedoch folgenlos bleibt. "Beide Erkrankungen sind in Indien weit verbreitet: So leiden an den Folgen von Streptokokken-Infektionen weltweit rund 15 Millionen Kinder, von denen jedes Jahr eine halbe Million sterben. An Hepatitis C sind 170 Millionen Menschen, vor allem in Entwicklungsländern, infiziert", sagte Balling.

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 15 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helmholtz (1821-1894).

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Ansprechpartner für die Medien:

Thomas Gazlig
Dipl.-Biol./Dipl.-Journ.
Leiter Kommunikation und Medien
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Fon/Fax: 030/206 329 57/60

Thomas Gazlig | idw
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