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Warum Menschen auf Neues verschieden reagieren

13.12.2005


Wissenschaftler der TU Dresden erhält Preis des Dresdner Gesprächskreises für Wirtschaft und Wissenschaft e.V.



Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf Neues oder auf mögliche Belohnungen. Der Reaktion geht eine Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin im Gehirn voraus, das an Dopamin-Rezeptoren bindet und unter anderem eine Aufmerksamkeitsverschiebung verursachen kann. Dabei kann die Reaktion durch genetische Variationen in den Dopamin-Rezeptor-Genen von Mensch zu Mensch unterschiedlich sein. So sprechen Studien aus den USA und Israel für einen Zusammenhang zwischen einer genetischen Variation des D4-Rezeptors und der Reaktion auf Neues.

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Dr. Alexander Strobel, Arbeitsgruppe biopsychologische Persönlichkeitsforschung der TU Dresden, gehört zu den weltweit ersten Psychologen, die derartige Beziehungen zwischen genetischen Variationen und Persönlichkeitsunterschieden untersucht haben. Für seine Dissertation versuchte er in einer ersten Studie, die Ergebnisse seiner ausländischen Kollegen zu bestätigen. "Zunächst konnten gleiche Resultate erzielt werden. In einer weiteren Studie war aber kein Zusammenhang mehr feststellbar", so Dr. Strobel. "Daher habe ich nach anderen Einflussgrößen, sogenannten Moderatorvariablen, gesucht, die im Zusammenspiel mit der D4-Rezeptor-Variation die Reaktion auf Neues beeinflussen."

In zwei weiteren Studien wies Dr. Strobel nach, dass offenbar die Grundaktivität von Dopamin im Gehirn eine solche Variable ist. Dabei konnte Dr. Strobel durch den Einsatz des EEG einen wesentlichen Fortschritt erringen:"Während ursprünglich die Reaktion auf Neues ausschließlich mit Fragebogenangaben erfasst wurde, konnte ich mit dem EEG erheblich genauere Aussagen machen. Das sind freilich erste Befunde, und auch wenn aktuelle molekularbiologische Daten durchaus im Einklang mit meinen Ergebnissen stehen, ist hier noch einiges zu tun."

Dr. Strobel erhält für seine Dissertation, die mit summa cum laude benotet wurde, den Preis für Nachwuchswissenschaftler des Dresdner Gesprächskreises für Wirtschaft und Wissenschaft e.V. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Neben der Verleihung ist ein Festvortrag "Forschung als Innovation" von Prof. Neugebauer, Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik Chemnitz, geplant.

Kim-Astrid Magister | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dresden.de

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