Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mikroorganismus ist gleichzeitig Killer und Gastgeber

18.10.2005


Einblick in faszinierendes Leben vor einer Mrd. Jahre



Ein kleiner Einzeller, den japanische Wissenschaftler am Strand gefunden haben, bietet Einblick in eine Entwicklung auf der Erde, die vor einer Mrd. Jahre stattgefunden hat: Die Evolution von Pflanzen und Algen. Die Wissenschaftler um Noriko Okamoto und Isao Inouye von der University of Tsukuba haben dem farblosen Organismus den Namen "Hatena" (japanisch für "Mysterium") gegeben. Hatena ist in einer Phase Räuber, in einer anderen Gastgeber einer grüne Alge (Nephroselmis), die mit Photosynthese ihre eigene Nahrung herstellt, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science .

... mehr zu:
»Alge »Einzeller »Endosymbiose »Wirt


Hatena repräsentiert ein frühes Stadium in der Entwicklung einer sekundären Endosymbiose. Die Endosymbiontentheorie geht davon aus, dass Mitochondrien und Chloroplasten sich aus eigenständigen Lebewesen entwickelt haben. Im Zuge des Evolutionsprozesses sind diese Einzeller eine Endosymbiose mit einer Zelle eingegangen, das heißt sie leben in ihrer Wirtszelle zum gegenseitigen Vorteil. Das Zusammenspiel der beiden zellulären Organismen hat sich dann im Verlauf der Evolution zu einer gegenseitigen Abhängigkeit entwickelt, in der keiner der beiden Partner mehr ohne den anderen überleben konnte. Diese Symbiose wird Endosymbiose genannt.

Das besondere an Hatena ist allerdings die Tatsache, dass die beiden Teile noch nicht lange zusammenleben. Das wird daran deutlich, dass sich die Alge nicht synchron mit dem Wirt teilt. Danach bleibt eine Tochterzelle ohne Wirt. Während die Tochterzelle ohne Wirt ist, ist sie farblos und beginnt ein räuberisches Leben. Dies ändert sich dann, wenn sie eine passende Alge findet, die sie aufnimmt, allerdings nicht verdaut, sondern zu einem funktionierenden Teil von Hatena wird. Auch hier geschehen einige Besonderheiten: Die freilebenden Algen, die sonst nur zehn Mikrometer groß werden, erreichen in Hatena die zehnfache Größe und verlieren zahlreiche Zellstrukturen. Auch der Wirt verändert nach dem Zuzug seine Eigenschaft. Das Vorhandensein der photosynthetischen Alge macht das räuberische Leben hinfällig. Daher wird der Fressapparat aufgegeben.

Unklar ist weiterhin allerdings, was dazu führt, dass der Chloroplast zu einem permanenten Bestandteil des Einzellers wird. Die Forscher hatten nämlich in Versuchen festgestellt, dass andere Nephroselmis-Arten nicht dieselbe Wirkung auf den Einzeller hatten. Die Wissenschaftler wollen nun herausfinden, welche Vorgänge diese Endosymbiose auslöst.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sciencemag.org
http://www.biol.tsukuba.ac.jp

Weitere Berichte zu: Alge Einzeller Endosymbiose Wirt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aufschlussreiche Partikeltrennungen
20.07.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Bildgebung von entstehendem Narbengewebe
20.07.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie