Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Jahrmillionenalte unerforschte Lebensräume im Mittelmeer

05.09.2001


Mobiles GBF-Labor ermöglicht schnelle Untersuchung in Italien

Seit Jahrmillionen unbehelligte Ökosysteme im Mittelmeer untersuchen Forscher der Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF). Entsprechende Proben von vier Standorten aus 3000 Meter Tiefe erhalten die Wissenschaftler am 5. September in der italienischen Hafenstadt Messina vom Forschungsschiff des europäischen "Biodeep"-Projekt. Der Mikrobiologe Dr. Peter Golyshin ist für die GBF und die Technische Universität Braunschweig mit dem mobilen Labor der GBF nach Messina gefahren, um die seltenen Wasserproben direkt vor Ort zu bearbeiten. Dadurch soll verhindert werden, dass die empfindlichen Mikroorganismen durch lange Transporte Schaden nehmen.

Marine Biotechnologie ist ein Hoffnungsträger für viele Wissenschaftszweige. Auf dem Grund der Meere warten noch unbekannte Lebewesen mit neuen Eigenschaften auf ihre Entdeckung. So könnten die Überlebensspezialisten die Antibiotika von morgen, bisher unbekannte Naturstoffe und neuartige Enzyme für eine sanfte Chemie produzieren. Die EU fördert das Projekt zur Erforschung des Mittelmeers mit rund drei Millionen Euro.

Hochsalzige und sauerstofffreie Lebensräume in der Tiefe

Infolge einer zeitweiligen Austrocknung des Mittelmeeres lagerten sich Salze am Meeresboden ab. Bei der Neuüberflutung lösten sich die meisten Ablagerungen im Frischwasser, mit Ausnahme so genannter hypersaliner Bassins. In diesen Meeresboden-Wannen hat sich bis heute eine 30-prozentige Kochsalzlösung erhalten, die keinen Sauerstoff enthält und sich nicht mit den oberen Wasserschichten vermischt. An der nur zwei bis drei Meter betragenden Grenzschicht zwischen der hochsalzigen Bassin-Lösung und dem normalen Meerwasser (3-prozentige Salzlösung) sammeln sich, Pflanzen, Plankton aber auch Ölreste und kreieren ein ökologisches System. Die beteiligten Wissenschaftler sind davon überzeugt, dass sich an diesem Extremstandorten interessante Mikroorganismen angesiedelt haben.

Thomas Gazlig | idw

Weitere Berichte zu: Biotechnologie Lebensräume Mikroorganismus Mittelmeer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Salmonellen als Medikament gegen Tumore
23.10.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

nachricht Add-ons: Was Computerprogramme und Proteine gemeinsam haben
23.10.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie