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Synthetische Moleküle in Gen-Soja entdeckt

28.07.2005


Wissenschaftlicher Support für gentechnikfrei-Politik der NÖM



Vor kurzem hat das Wissenschaftsteam um Andreas Rang vom Institut für Risikobewertung in Berlin vier neue synthetische Moleküle (RNA) in der transgenen Roundup Ready Sojabohne entdeckt. Roundup Ready ist seit zehn Jahren als Lebens- und Futtermittel in der EU und auch in Österreich zugelassen. "Bis jetzt ist nicht klar, welche Funktion diese RNA-Moleküle haben und wie der Organismus darauf reagiert", so Werner Müller, Gentechnik-Experte bei GLOBAL 2000 zu pressetext. Die Umweltgruppe hatte immer wieder gefordert, den Einsatz von genetisch veränderten Futtermitteln zu stoppen.



"Diese synthetischen RNA-Moleküle wurden zehn Jahre unbemerkt und ungetestet an Tier und den Menschen verfüttert, obwohl bisher niemand weiß, ob diese Moleküle den Verdauungstrakt überstehen können und welche Wirkungen sie haben", meint Müller. Erfahrungen mit anderen DNA-Molekülen wie etwa dem Rubisco-Gen aus der Sojabohne haben gezeigt, dass dies jedoch im Prinzip möglich sei, führt Müller aus. "Es ist sicherlich nicht sehr beruhigend, zu wissen, dass hier möglicherweise noch mehr ungetestete und bisher unbekannte Moleküle in der transgenen Sojabohne und in anderen Gentechpflanzen lauern, von denen keiner weiß was sie bewirken", kritisiert Müller, der auch das Büro für ökologische Risikoforschung, eco-risk-Austria, leitet. "Dass DNA und auch RNA-Moleküle aus der Nahrung, prinzipiell in der Lage sind das Immunsystem zu beeinflussen, hat GLOBAL 2000 bereits im Oktober 2004 aufgedeckt", erklärt der Experte.

Außerdem ist die Bedeutung von RNA-Molekülen lange Zeit unterschätzt worden: Seit Anfang des Jahres ist den Forschern allerdings bekannt, dass RNA-Moleküle mindestens ein Drittel aller Gene beim Menschen steuern. "Inwiefern hier RNA-Moleküle aus Nahrungsmitteln eine Rolle spielen ist kaum aufgeklärt, da dies außerhalb des Forschungsmainstreams liegt", kritisiert Müller. Es bleibe daher zu hoffen, dass es nicht noch weitere zehn Jahre dauert, ehe man die Wirkung dieser Moleküle lückenlos aufgeklärt hat. "Bis zu diesem Zeitpunkt muss jedoch Konsumenten und Bauern von der Verwendung von Gentech-Soja und deren Produkten abgeraten werden", schlussfolgert Müller.

Umweltgruppen wie GLOBAL2000 und Greenpeace haben den Schritt der NÖM zur Gentechnik-Freiheit begrüßt. Auch die ARGE Gentechnik-frei sieht diesen Schritt "als mutige konsequente Qualitätsmaßnahme im Sinne der Konsumenten. Andere Produzenten überlegen ähnliche Schritte.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.global2000.at
http://www.eco-risk.at
http://www.noem.at

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