Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Merkmale im Blut erkennen und bewerten: BioProfil fördert neue Nachweismethode für Biomarker

20.07.2005


An einem neuen Verfahren zum Nachweis von Biomarkern in Blutproben arbeitet die Firma BioVisioN. Das Biotech-Unternehmen aus Hannover entwickelt Technologien zur Analyse von Peptiden in biologischen Proben, sogenannten Biomarkern, die bei der Suche nach neuen Medikamenten helfen, sowie die Diagnostik und Verlaufskontrolle zahlreicher Erkrankungen erleichtern. Das BioProfil "Funktionelle Genomanalyse" hat dieses Projekt zur Förderung aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) empfohlen. Die Fördersumme beträgt 500.000 Euro.



Biomarker sind messbare biologische Merkmale, die Zeichen einer Krankheit oder eines physiologischen Zustands sein können. So weist das Vorhandensein oder die Menge bestimmter Peptide auf veränderte Stoffwechsellagen hin. Peptide kommen im Blut als Hormone, Botenstoffe oder Abbauprodukte von Proteinen vor.



Unter dem Begriff "Peptidomics" nutzt die BioVisioN selbst entwickelte, patentgeschützte Technologien, die eine gezielte Analyse von Peptiden und kleinen Proteinen erlauben. Dazu setzt das Unternehmen spezielle Verfahren für die Gewinnung der Peptide aus beliebigen biologischen Proben wie zum Beispiel Blut ein und kombiniert sie mit innovativen Analysemethoden: Hoch auflösende Flüssigkeitschromatographie, Massenspektrometrie und Auswertung mit Hilfe besonderer Bioinformatik-Software. Die bisherigen Verfahren sind allerdings aufwendig, wenn klinische Studien begleitet und dabei sehr große Probenmengen analysiert werden müssen. Im Rahmen des Projektes wollen die Wissenschaftler bei BioVisioN die vorhandene Technologie nun zu einem hochdurchsatzfähigen Verfahren weiter entwickeln. Damit sollen Pharmafirmen bei der klinischen Forschung rund 1000 Patientenproben innerhalb kürzester Zeit analysieren können - reproduzierbar und hochsensitiv.

Dabei will man die Blutpeptide darüber hinaus sequenzieren, also die Reihenfolge ihrer Einzelbausteine, der Aminosäuren, aufklären. "Die Identifizierung der Aminosäure-Sequenz von Peptidmarkern ist der Schlüssel zum Verständnis von Krankheitsprozessen oder Arzneimittelwirkungen", erklärt Dr. Peter Schulz-Knappe, Chief Scientific Officer der BioVisioN AG. Die Entwicklung spezieller Software soll dann die Kartierung und Charakterisierung des Blutpeptid-Musters ermöglichen. Der computergestützte Vergleich solcher "Landkarten" könnte in Zukunft Unterschiede etwa zwischen Gesunden und Kranken oder vor und nach Medikamentengabe zeigen.

In einem weiteren Schritt wollen die Forscher bei BioVisioN neue Methoden für Schnelltests entwickeln, die eine gezielte Suche nach bestimmten einzelnen Peptidmarkern in Blutproben erlauben.

"Die BioVisioN hat hier die Chance, als weltweit erstes Unternehmen Blutplasmapeptide umfassend zu identifzieren und Standards bei der Analyse zu setzen", lautet die Zukunftsperspektive von Peter Schulz-Knappe.

Über das BioProfil

Das BioProfil "Funktionelle Genomanalyse" ist eine Initiative von Forschungseinrichtungen und Biotechnologie-Unternehmen der Region Braunschweig, Göttingen, Hannover. Um wissenschaftliche Ergebnisse aus Infektions-, Neuro- und Stammzellbiologie wirtschaftlich nutzbar zu machen, stehen dem BioProfil Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Höhe von 15 Millionen Euro zur Verfügung. Koordiniert wird das BioProfil "Funktionelle Genomanalyse" von der BioRegioN GmbH.

BioRegioN GmbH
Ilka Zajons
Vahrenwalder Str. 7
30165 Hannover
Tel: +49-(0)511/9357-958
Fax:+49-(0)511/9357-963
presse@bioregion.de

Ilka Zajons | idw
Weitere Informationen:
http://www.bioregion.de/

Weitere Berichte zu: BioVisioN Biomarker Bioprofil Genomanalyse Peptid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zebras: Immer der Erinnerung nach
24.05.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Wichtiges Regulator-Gen für die Bildung der Herzklappen entdeckt
24.05.2017 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten