Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Was beim Williams Syndrom im Gehirn vor sich geht

11.07.2005


Genetische Anomalien verhindern normale Reaktionen



Wissenschafter des National Institute of Mental Health haben Hinweise darauf entdeckt, was im Gehirn von so genannten "überfreundlichen" Menschen vor sich geht. Die Forscher untersuchten die Unterschiede in den Gehirnen von Personen, die unter einer Anomalie leiden, die sie höchst kontaktfreudig macht. Mittels Scans wurden jene Gehirnbereiche identifiziert, die beim Anblick Angst machender Gesichter nicht entsprechend reagierten. Das Team erklärte in Nature Neuroscience, dass diese Forschungsergebnisse das Verständnis von sozialen Funktionsstörungen verbessern könnte.

... mehr zu:
»Amygdala »Anomalie »Syndrom


Menschen, die am Williams Syndrom leiden, fehlen rund 21 Gene auf dem Chromosom 7. Ihr Mangel an Furcht bedeutet, dass sie sich auch mit Fremden impulsiv auf soziale Situationen einlassen. Sie leiden häufig an starker Angst vor Spinnen oder großer Höhe. Betroffen ist laut BBC rund einer von 25.000 Menschen. Die Wissenschafter konzentrierten sich auf die Amygdala, jenen mandelförmigen Bereich in den Tiefen des Gehirns, die mit der Regulierung sozialen Verhaltens in Zusammenhang gebracht wurde. Mittels fMRI Scans wurden die Gehirne von 13 gesunden Freiwilligen und 13 Patienten mit Williams Syndrom untersucht.

Allen Teilnehmern wurden wütende oder Furcht erregende Gesichter gezeigt. Bei gesunden Gehirnen würde dieser Anblick zu einer starken Reaktion in der Amygdala führen. Die Scans zeigten jedoch bei Personen mit Williams Syndrom eine deutlich geringere Aktivität. In einem nächsten Schritt wurden den Teilnehmern Bilder von bedrohlichen Szenen, wie Flugzeugabstürze, gezeigt. In dieser Serie kamen weder Menschen noch Gesichter vor. Bei Personen mit Williams Syndrom war die Reaktion in der Amygdala abnormal erhöht. Die Wissenschafter identifizierten zusätzlich drei Schlüsselbereiche des präfrontalen Cortex, die bei den Betroffenen nicht normal reagierten. Dabei handelte es sich um den dorsolateralen, den medialen und den orbitofrontalen Bereich. Alle diese Bereiche spielen bei der emotionalen Bewertung einer Situation eine wichtige Rolle.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nimh.nih.gov
http://www.nature.com/neuro

Weitere Berichte zu: Amygdala Anomalie Syndrom

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Software mit Grips
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Hirnforschung, Frankfurt am Main

nachricht Einen Schritt näher an die Wirklichkeit
20.04.2018 | Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Im Focus: Spider silk key to new bone-fixing composite

University of Connecticut researchers have created a biodegradable composite made of silk fibers that can be used to repair broken load-bearing bones without the complications sometimes presented by other materials.

Repairing major load-bearing bones such as those in the leg can be a long and uncomfortable process.

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Grösster Elektrolaster der Welt nimmt Arbeit auf

20.04.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Bilder magnetischer Strukturen auf der Nano-Skala

20.04.2018 | Physik Astronomie

Kieler Forschende entschlüsseln neuen Baustein in der Entwicklung des globalen Klimas

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics