Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

HIV-infizierte Zellen zerstören sich selbst

18.04.2005


Abzielen auf Protein ATM viel versprechend



Ein Protein, das hilft DNA-Schäden bei menschlichen Zellen zu reparieren, könnte einen neuen Ansatz zur Bekämpfung von HIV-Infektionen liefern. Zu diesem Ergebnis ist ein Forschungsprojekt von Kudos Pharmaceuticals Limited gekommen. Entscheidend ist, dass dieser Ansatz eine Möglichkeit zur Bekämpfung der immer mehr zunehmenden mehrfach resistenten HIV-Stämme bieten könnte. Die aktuelle Studie weist nach, dass im Prinzip das Blockieren eines entscheidenden zellulären Proteins, das die Reaktion auf einen DNA-Schaden reguliert, das Virus an der weiteren Verbreitung hindern kann.

... mehr zu:
»ATM »DNA »HIV »Molekül »Protein »Virus


Die Unterdrückung des ATM-Proteins bei menschlichen Zellen, die im Labor HIV ausgesetzt wurden, verhinderte die Ausbreitung des Virus in die DNA vieler der betroffenen Zellen und führte in der Folge zu ihrem Absterben. Der leitende Wissenschafter Mark O’Connor erklärte, dass durch das Abzielen auf ATM verhindert werden könne, dass infizierte Zellen neue Viren produzieren. Bei ATM handelt es sich um ein nicht entscheidendes Protein, das Brüche im Doppelstrang der DNA des Zellkernes von Säugetieren entdeckt. Dieser Bruch kann zum Beispiel durch eine Schädigung durch ionisierende Strahlung verursacht werden. Entdeckt ATM einen Bruch, löst es einen Reparaturmechanismus aus. Infiziert HIV eine Zelle, spaltet es die DNA des Wirtes um sich in das Genom zu integrieren. Dieser Bruch wird von ATM erkannt. Wenn dieser Bruch nicht entdeckt werde, löse das eine Schadensreaktion der DNA aus, die zum Tod der Zelle führen sollte, meinen die Forscher.

Für die Unterdrückung von ATM setzte das Team das Molekül KU-55933 ein. Dieses Molekül wurde durch die Analyse einer Reihe möglicher Präparate ermittelt. Es unterdrückte die Reproduktion von HIV-1 bei menschlichen T-Lymphozyten und steigerte den Zelltod. Das Molekül schnitt auch im Vergleich mit eingeführten antiretroviralen Medikamenten wie Lamivudin und Abacavir besser ab. Während deutlich höhere Dosierungen dieser beiden Medikamente erforderlich waren, um medikamentenresistentes HIV zu unterdrücken, wies KU-55933 laut NewScientist eine vergleichbare Wirksamkeit gegen alle getesteten HIV-Stämme auf. O’Connor warnte jedoch, dass das Funktionieren dieses Ansatzes im Labor nicht notwendigerweise auch für die Anwendung im klinischen Bereich gelten müsse. Die Möglichkeit von Nebenwirkungen sei immer zu bedenken. So führe das völlige Fehlen von ATM zu einer seltenen genetischen Erkrankung.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.kudospharma.co.uk

Weitere Berichte zu: ATM DNA HIV Molekül Protein Virus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers
28.04.2017 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

nachricht Forschungsteam entdeckt Mechanismus zur Aktivierung der Reproduktion bei Pflanzen
28.04.2017 | Universität Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie