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Kraftwerke, Falzmaschinen, Motoren und Transportbänder: Aus der bunten Welt der Proteinkomplexe

22.02.2005


Mosbacher Kolloquium "Molekularen Maschinen" mit zwei Nobelpreisträgern



Unter dem Thema Molecular Machines treffen sich vom 31. März bis zum 2. April 2005 rund 350 Teilnehmer aus Deutschland, Europa und Übersee in Mosbach (Baden) beim 56. Mosbacher Kolloquium der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) e.V.. Die biochemische Forschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die meisten Proteine in der Zelle in großen Komplexen von bis zu über 20 Untereinheiten organisiert sind. Die meisten zentralen biologischen Prozesse werden nicht von einzelnen Proteinen sondern von solchen Komplexen vermittelt. Ihre Wirksamkeit ähnelt in vielfacher Weise der von Maschinen in der technischen Welt.



An der Energieumwandlung beteiligte Proteinkomplexe sind herausragende Beispiele für solche molekularen Maschinen. John Walker vom MRC Laboratory Cambridge (Nobelpreis 1997 für seine Arbeiten zum Verständnis der Produktion des ATP, des wichtigsten Energieträgers in den Zellen) und Hartmut Michel vom MPI für Biophysik in Frankfurt (Nobelpreis 1998 für seine Arbeiten zur Aufklärung der Struktur des Photosynthese-Reaktionszentrums) werden dieses Thema besonders prominent in Mosbach vertreten.

"Eine Molekulare Maschine von extrem komplexer Struktur und Funktion ist die Kernpore, die Proteine in verschiedene Richtungen in und aus dem Zellkern transportiert", so Walter Neupert, Universität München, der zusammen mit Wolfgang Baumeister, MPI für Biochemie, Martinsried und Michael Brunner, Universität Heidelberg wissenschaftlicher Organisator der Tagung ist. "Die Aufklärung der Struktur der beteiligten Proteine ist in vollem Gange, der entsprechende Vortrag von ’Lokalmatador’ Ed Hurt, Universität Heidelberg wird ein weiteres besonders interessantes Kapitel des Mosbacher Kolloquiums darstellen". Andere Molekulare Maschinen wirken mit bei der Speicherung und Verarbeitung der genetischen Information. Einige von ihnen vermitteln Aktivierung und Inaktivierung von Genen und haben im Zuge der Genomerforschung besondere Aufmerksamkeit erfahren. Weitere Molekulare Maschinen vermitteln das Lebensende von Proteinen in der Zelle, insbesondere deren Abbau im Zuge der Zellreorganisation und Zellerneuerung.

Auch spielen Molekulare Motoren bei Fragen des Transports in der Zelle eine wichtige Rolle. Sie sind an der Umschreibung der genetischen Information von DNA in RNA beteiligt, sowie an der Proteinsynthese. Gleichfalls wird in Mosbach die Rolle von molekularen Chaperonen diskutiert, die den neugebildeten Proteinketten bei ihrer Faltung zu dreidimensionalen Strukturen helfen. Viren können ebenfalls als hochkomplexe Nanomaschinen angesehen werden. Aus diesem Blickwinkel ergeben sich aus der Grundlagenforschung heraus Anwendungsmöglichkeiten in der Pharmaforschung wie auch in der Nanobiotechnologie.

Die Forschung in Deutschland ist auf dem Gebiet der Molekularen Maschinen gut positioniert. Dies kommt auch in der Rednerliste zum Ausdruck. Ergänzt wird das Programm durch hervorragend ausgewiesenen Wissenschaftler aus aller Welt. Der wissenschaftliche Nachwuchs wird durch Posterpräsentationen und ein Begleitprogramm des Arbeitskreises Studierende aktiv in die Tagung eingebunden.

Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) e.V. ist mit etwa 5500 Mitgliedern aus Hochschulen, Forschungsinstituten und der Industrie die große wissenschaftliche Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Biochemie, Molekularbiologie und Molekularen Medizin in Deutschland. Die GBM fördert Forschung und Lehre der Biochemie und molekularen Biologie und die Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der Biotechnologie und Medizin und deren Verbreitung in der Öffentlichkeit.

Das Mosbacher Kolloquium ist seit 1950 die alljährliche internationale Frühjahrstagung der Gesellschaft, auf der sich Biochemiker, Molekularbiologen und Mediziner verschiedener Fachdisziplinen treffen, um die neuesten Entwicklungen eines aktuellen Spezialthemas zu diskutieren.

Für Journalisten ist die Teilnahme am Kolloquium frei, um Anmeldung (s.u.) wird gebeten.
Der Kongress findet in englischer Sprache statt.

Weitere Informationen und Pressekontakt:
Dr. Jörg Maxton-Küchenmeister,
Geschäftsstelle der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V.
Mörfelder Landstr. 125, D-60598 Frankfurt a.M.
Tel.: 069 - 660 567-12 (während der Tagung: Tel. 0173 - 157 28 35)
E-Mail: maxton@gbm-online.de

Dr. Jörg Maxton-Küchenmeister | idw
Weitere Informationen:
http://www.gbm-online.de

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