Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Auswirkung ozeanischer Turbulenzen auf das Plankton

08.02.2005


Die Rolle ihrer physikalischen und chemischen Prozesse wurde bereits tiefgründig erforscht, aber über die Auswirkung von Turbulenzen auf die biologischen Prozesse ist noch wenig bekannt. Dennoch sind biologische Prozesse unerlässlich für die Erhaltung gesunder Ozeane und Küstenlandschaften, von denen unter anderem die europäische Fisch- und Tourismusindustrie abhängig sind.



Turbulenzen können als unregelmäßige, zufällige Flüssigkeitsbewegungen definiert werden. Sie spielen eine wichtige Rolle in den Ozeanen unserer Welt, beim Mischen unterschiedlicher Temperaturen, für die Eigendynamik sowie für chemische Arten und Nährstoffe unterschiedlicher räumlicher und zeitlicher Maßstäbe.



Im Rahmen des NTAP-Projektes, das über das EESD-Programms finanziert wird, werden die ozeanischen Turbulenzen und das Plankton eingehender untersucht. Plankton stellt den Beginn der komplexen Nahrungskette der Ozeane dar. Für das Observatoire Océanologique der Université Pierre et Marie Curie als NTAP-Partner stellte sich die Frage, ob Turbulenzen die Planktonproduktion begünstigen oder hemmen.

Das Observatoire Océanologique konstruierte einen Turbulenzgenerator und setzte eine Planktonart, die so genannten Ciliaten, verschiedenen Turbulenzstärken aus. Die Wissenschaftler entdeckten, dass die Zellteilung nicht beeinflusst wird, dafür aber die Nahrungsaufnahme mit zunehmenden Turbulenzen sinkt. Sie nehmen daher an, dass die Ciliaten aufgrund dieses unruhigen Zustandes nicht mehr richtig schwimmen können. Zusätzliche Experimente mit dem Ciliat Strombidium sulcatum haben gezeigt, dass die Turbulenzen durch eine erhöhte Atmungsaktivität auch die Reproduktion einschränken.

Im Gegensatz dazu wurde bei Experimenten mit mehreren Arten festgestellt, dass die Turbulenzen keinerlei Auswirkungen haben. Auch Experimente in Wassersäulen lieferten keinerlei Hinweise auf negative Auswirkungen der Turbulenzen auf die Artenvielfalt.

Was aber fängt das Observatoire Océanologique mit so unterschiedlichen Ergebnissen an? Zuerst einmal wird die starke Abhängigkeit der Turbulenzauswirkungen auf die Arten unterstrichen. Einige Arten werden merklicher beeinflusst als andere. Die Empfehlung ist, dass Turbulenzen bei Experimenten mit mehreren Arten vernachlässigt werden können. Im Gegensatz dazu müssen bei zahlenmäßig kleinen Arten, wie z.B. in einer Wasseraufbereitungsanlage, die Auswirkungen von Turbulenzen auf das Wachstum beachtet werden.

Das Observatoire Océanologique sucht noch Kollaborationen für weitere Experimente mit seinem Turbulenzgenerator und für die Nutzung der vorhandenen experimentellen Datensätze.

Dr. John Dolan | ctm
Weitere Informationen:
http://www.obs-vlfr.fr

Weitere Berichte zu: Observatoire Océanologique Plankton Turbulenzen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Forscherteam der Universität Bremen untersucht Korallenbleiche
24.04.2017 | Universität Bremen

nachricht Feinste organische Partikel in der Atmosphäre sind häufiger glasartig als flüssige Öltröpfchen
21.04.2017 | Max-Planck-Institut für Chemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Praxisworkshop Mikrooptische Beleuchtungsanwendungen, 12.09.17 in Göttingen

24.04.2017 | Seminare Workshops

Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

24.04.2017 | Verfahrenstechnologie

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten