Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Echt - kopiert - gefälscht? Der zerstörungsfreie Röntgenblick auf Kunstwerke entscheidet

28.01.2005


Wann zeichnete Albrecht Dürer sein "Porträt eines Mannes mit Pelzmütze"? Bei welchen französischen Maleremails handelt es sich um Originale aus der Spätrenaissance, bei welchen um Kopien oder gar Fälschungen aus dem 19. Jahrhundert? Mit Röntgenstrahlen können Naturwissenschaftler und Kunsthistoriker solche Fragen in gemeinsamer Detektivarbeit beantworten, ohne die Kunstwerke zu beschädigen. Wie das geht, zeigen die "Nachrichten aus der Chemie" in ihrer Februar-Ausgabe.



Kunst trifft Naturwissenschaft: Röntgenanalytische Untersuchungen sind die Methoden der Wahl, wenn es darum geht, Kunst- und archäologische Objekte zerstörungsfrei zu datieren. Besonders kniffelig ist das für Kunstwerke aus Materialien, deren Alter sich nicht direkt bestimmen lässt - wie im Fall der Limousiner Maleremails aus dem 16. und 17. Jahrhundert, für die die Künstler Pasten aus Glaspulver auf Kupferplatten einbrannten.



Da das Alter von Metallen und Glas jedoch nicht direkt festzulegen ist, haben Naturwissenschaftler und Kunsthistoriker gemeinsam über 160 dieser Emails untersucht und ermittelt, wann die Künstler welche Materialien verwendeten. So erhielten sie erstmals Kriterien für die zeitliche Einordnung der Kunstwerke. Die verwendeten Farbzusätze verraten zum Beispiel zuverlässig, ob ein fragliches Email aus der Spätrenaissance stammt oder erst im 19. Jahrhundert geschaffen wurde.

Mit Röntgenanalysen an 15 Silberstiftzeichnungen von Albrecht Dürer konnte ein deutsch-französisches Team nachweisen, dass genau eine Zeichnung, das "Porträt eines Mannes mit Pelzmütze", nicht wie die anderen während Dürers Reise in die Niederlande in den Jahren 1520/21 entstand. "Verräter" war der Stift - Dürer verwendete für das Pelzmützenporträt einen anderen als für die restlichen Zeichnungen.

Auch indischen Moghul-Miniaturen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert rückten die Experten mit Röntgenanalysen zu Leibe - und machten bei einer Miniatur aus dem 17. Jahrhundert eine erstaunliche Entdeckung. Was dieses Kunstwerk so besonders macht und welche röntgenanalytischen Untersuchungstechniken Anwendung finden, erklärt ein europäisches Expertenteam in der Februar-Ausgabe der "Nachrichten aus der Chemie" der gesellschaft Deutscher Chemiker (Heftbestellung Tel. 069 7917 462 oder nachrichten@gdch.de).

Dr. Ernst Guggolz | idw
Weitere Informationen:
http://www.gdch.de/nachrichten

Weitere Berichte zu: Kunsthistoriker Kunstwerk Zeichnung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens
23.01.2017 | Verband Biologie, Biowissenschaften und Biomedizin in Deutschland e.V.

nachricht Ionen gegen Herzrhythmusstörungen – Nicht-invasive Alternative zu Katheter-Eingriff
20.01.2017 | GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie

Vom Feld in die Schule: Aktuelle Forschung zu moderner Landwirtschaft für den Unterricht

23.01.2017 | Bildung Wissenschaft

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten