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Fehlerhafte Gene fördern Rauchgewohnheiten

24.11.2004


Jugendliche von Abhängigkeit besonders gefährdet



Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Menschen, die Träger einer bestimmten Genmutation sind, es besonders schwer finden, mit dem Rauchen aufzuhören. Der Effekt war bei jungen Rauchern, die aggressive Versionen des Gens CYP2A6 aufwiesen, besonders stark. Diese Ergebnisse wurden im Journal Tobacco Control veröffentlicht.

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Die Forscher haben die Daten von 1.200 Jugendlichen im Alter von 13 Jahren in Quebec analysiert, von denen 228 rauchten, aber noch nicht abhängig waren, als die Studie begann. Während einer zweijährigen Periode wurden 67 nikotinabhängig. Genetische Analysen zeigen, dass die Abhängigkeit bei jenen signifikant wahrscheinlicher war, die zwei fehlerhafte Versionen des Gens trugen, das die Fähigkeit der Leber, Nikotin abzubauen und auszuscheiden, sabotiert. Diese Personen hatten eine dreimal so hohe Wahrscheinlichkeit, von Tabak abhängig zu werden, wie jene mit der normalen Variante des Gens. Menschen mit teilweise inaktiven Varianten von CYP2A6 hatten kein erhöhtes Risiko abhängig zu werden.

Schüler mit dem normalen Gen rauchten durchschnittlich 29 Zigaretten pro Woche. Jene mit der teilweise inaktiven Variante rauchten 17. Diejenigen mit der komplett inaktiven Version, die die Nikotinbeseitigung am meisten verlangsamt, rauchten wöchentlich zwölf Zigaretten. Die Autoren der Studie vermuten, dass eine langsame Beseitigung die Niktotin-Aussetzung des Gehirns verlängert und intensiviert. Das könnte die Wahrscheinlichkeit für eine Abhängigkeit steigern und andererseits die Zahl an Zigaretten, die notwendig sind, um sie zu erreichen, reduzieren. Obwohl junge Raucher, die die fehlerhaften Gene tragen, weniger rauchen, finden sie es schwieriger aufzuhören.

Im März haben Forscher der Oxford Universität Variationen eines Gens genau bestimmt, das die Dopaminausschüttung kontrolliert. Dabei handelt es sich um eine Chemikalie des Gehirns, die mit Lustgefühl assoziiert wird und bei der Nikotinabhängigkeit eine Schlüsselrolle spielt. Bei Frauen mit einer fehlerhaften Variante des Gens war die Erfolgsquote derjenigen, die aufhören wollten, halbiert. Helena Shovelton, die Vorsitzende der Britischen Lungen Foundation, kommentierte die Ergebnisse der aktuellen Studie folgendermaßen: "Diese Forschungsarbeit zeigt wieder einmal, dass Nikotin für einige Raucher furchtbar suchterzeugend ist. Diese haben es besonders schwer mit dem Aufhören." John Britton von der Britischen Thorax Gesellschaft sagte, die Studie beweise die entscheidende Rolle von Nikotin in einer lebenslangen und tödlichen Abhängigkeit von Zigaretten. "Wir müssen uns darauf konzentrieren, mit Hilfe von Präventionsmaßnahmen junge Menschen zu schützen. Das funktioniert scheinbar am besten, wenn man die Verbreitung des Rauchens unter Erwachsenen einschränkt", so Britton weiter.

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://tc.bmjjournals.com/
http://www.ox.ac.uk/

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