Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nahrungs-DNA wirkt auf das Immunsystem

19.10.2004


Gentech-Experte warnt vor möglichen Risiken



Forscher des Shaare Zedek Medical Center in Jerusalem haben bei probiotischen Bakterien bewiesen, dass die Nahrungs-DNA auf das Immunsystem wirkt. Diese Erkenntnis hat für Gentech-Kritiker eine wesentliche Bedeutung, denn bisher wurden mögliche Auswirkungen von fremder DNA auf den Organismus für die Risikobewertung bei der Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen nicht berücksichtigt.



Die israelischen Wissenschaftler haben bei Mäusen, die an einer entzündlichen Colitis litten, nachgewiesen, dass die schützenden Wirkungen der Probiotika durch ihre eigene DNA vermittelt werden und nicht durch ihre Stoffwechselprodukte oder ihre Fähigkeit, den Dickdarm zu besiedeln. Das bedeutet, dass die Abschwächung der Darmentzündung auf die immunostimulatorisch wirkende DNA zurückzuführen ist. Für den Gentechnikexperten Werner Müller von Global 2000 bedeutet dies, dass die Forscher nachgewiesen haben, dass es einen Übergang von DNA aus der Nahrung auf den Organismus gibt. Hiermit erhärtet sich der Verdacht, dass es zwischen dem Immunsystem und der DNA aus der Nahrung einen bisher unbekannten Zusammenhang gibt. Für Müller bedeutet dies, dass ohne weitere Kenntnis dieses Zusammenhangs eine Risikoabschätzung nicht gemacht werden könne.

Das sei im Wesentlichen die "verfehlte und völlig unzureichende Form der derzeitig üblichen Risikoabschätzung von gentechnisch veränderte Organismen", kritisiert die Umweltorganisation. Solche möglichen Wirkungen sind bisher nicht untersucht worden. Die Risikoabschätzung für Gentech-Pflanzen ist bisher davon ausgegangen, dass Nahrungs-DNA vollständig im Magen- und Darmtrakt abgebaut werden. Wissenschaftlich scheint dies nun widerlegt.

Müller, der als Gentechnik-Experte zahlreiche Untersuchungen für Institute durchführte, hatte schon länger den Verdacht, dass Nahrungs-DNA in das Lymphsystem und die Blutbahn aufgenommen wird. Dabei war Müller nicht der einzige Forscher, der zu diesem Ergebnis tendierte. Auch der deutsche Ernährungswissenschaftler Tim Reuter ist zum Ergebnis gekommen, dass "die Aufnahme von fremder DNA aus der aufgenommenen Nahrung in den Organismus von Schweinen möglich" sei. Damit geben sich die Kritiker aber nicht zufrieden. Die israelische Studie ist für Müller ein Mosaikstein für den Beleg bisher unentdeckter Risiken bei Gentech-Pflanzen. Diese Zusammenhänge sollten jedoch vor einer Zulassung ausreichend geklärt werden.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.szmc.org.il
http://www.global2000.at
http://www.eco-risk.at

Weitere Berichte zu: DNA Immunsystem Nahrung Nahrungs-DNA Organismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wasserbewegung als Hinweis auf den Zustand von Tumoren
19.04.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden
19.04.2018 | Max-Planck-Institut für Polymerforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics