Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Reduzierte Enzym-Aktivität bei jungen Suizidopfern

06.07.2004


20 Prozent jugendlicher Todesfälle durch Selbstmord

... mehr zu:
»Depression »PKC »Selbstmord »Suizid

Die Aktivität eines Gehirnenzyms, das Auswirkungen auf die Stimmungslage hat, ist bei Teenagern, die Suizid begehen, stark reduziert. Mediziner an der Universität von Illinois in Chicago haben unter der Leitung von Ghanshyam Pandey die Gehirne von 34 verstorbenen Teenagern untersucht, von denen 17 Selbstmord verübten. In den Gehirnen der 17 Suizidopfer war die Aktivität des Proteins Kinase C (PKC) stark reduziert.

PKC, eine Komponente, die an der Zellkommunikation beteiligt ist, steht in Zusammenhang mit Stimmungsstörungen wie Depression. Pandey und seine Kollegen wollten herausfinden, ob eine Verbindung zwischen Veränderungen beim PKC und dem Suizid der Teenager besteht. Von den 17 Jugendlichen, die Selbstmord verübten, hatten neun bereits vorher psychische Störungen. Die anderen acht hatten keine psychiatrische Geschichte, zwei von ihnen hatten mit Alkohol- oder Drogenmissbrauch zu tun.


Die PKC-Aktivität war bei diesen Jugendlichen signifikant verringert, im Vergleich zu jenen Teenagern, die an anderen Ursachen gestorben waren. Deshalb glauben die Mediziner, dass Abnormalitäten des PKC-Haushaltes erklären, warum einige Teenager zum Suizid tendieren. Jedoch wissen sie nicht, warum oder wie die PKC-Abnormalitäten tatsächlich wirken. Andere Experten kritisieren, dass das Samplen von Post-Mortem-Material nicht unbedenklich ist, weil sich Proteine wie PKC mit der Zeit abbauen, was die Ergebnisse verfälschen könnte.

Eine Sprecherin der Allianz für Depression sagte, sie begrüße jegliche Fortschritte, die dem Verständnis, warum sich junge Menschen das Leben nehmen, entgegen kommen. "Fälle von Depression bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen, und erschreckender Weise gehen 20 Prozent der Todesfälle bei jungen Menschen auf das Konto von Selbstmord. Das Wissen um die Funktionsweise des Enzyms PKC könnte maßgeblich zu effektiven Behandlungen beitragen, als Bestandteil einer ganzheitlichen Behandlung."

Marietta Gross | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uic.edu

Weitere Berichte zu: Depression PKC Selbstmord Suizid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur
17.08.2017 | Deutsches Krebsforschungszentrum

nachricht Magenkrebs: Auch Bakterien können Auslöser sein
17.08.2017 | Charité – Universitätsmedizin Berlin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten