Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Biorhythmus von Wildpferden

15.03.2004


Wissenschaftler des IZW erforschen, wie Przewalski-Pferde auf ihre Umwelt reagieren. Neues Verbundjournal zum Schwerpunktthema Licht erschienen.


Diese Przewalski-Pferde tragen Datenhalsbänder. Foto: IZW


Das Titelbild des Verbundjournals: Eine Blutkapillare durch ein Laser-Scan-Fluoreszenz-Mikroskop gesehen. Abb.: FMP



Licht spielt eine bedeutende Rolle für das Verhalten von Tieren. Sie passen ihre Aktivitäten an den Tag-und-Nacht-Rhythmus ebenso an wie an die Jahreszeiten. Eine Untersuchung am Berliner Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) zeigt beispielhaft die Bedeutung des Hell-Dunkel-Wechsels für Przewalski-Pferde. Dr. Klaus Scheibe und Dr. Anne Berger vom Institut für Zoo- und Wildtierforschung erforschten mit speziellen Datenhalsbändern den Biorhythmus dieser in der Mongolei noch wild lebenden Pferde. Die untersuchten Tiere leben im Semireservat Schorfheide-Liebenthal auf 44 Hektar unter naturnahen Bedingungen.

... mehr zu:
»Biorhythmus »FVB »IZW »Pferd »Zoo


Die Studien ergaben, dass die Pferde zwar ein festes Grundmuster ihrer Aktivität haben, dieses jedoch auch an veränderte Umweltbedingungen anpassen. So verlagern die Tiere beispielsweise in der Hitze des Sommers ihre Aktivitäten in die Nacht, um lästigen Fluginsekten zu entgehen. Jetzt, im Frühjahr, zeigen die Pferde eine reduzierte Aktivität; dafür grasen sie intensiv, um die im Winter verbrauchte Körpermasse zu regenerieren. Auch Störeinflüssen kamen die Wissenschaftler des IZW auf die Spur. So stellte sich etwa heraus, dass ein gestörter Biorhythmus auf die Einrichtung eines neuen Schießstandes in der Nähe zurückzuführen war.

Ein ausführlicher Text zu diesem Thema findet sich im aktuellen Verbundjournal, der Zeitschrift des Forschungsverbundes Berlin e.V. (FVB). Das Journal mit dem Schwerpunktthema Licht ist am heutigen Montag erschienen und kann als PDF-Datei von den Seiten des FVB heruntergeladen werden

Weitere Themen sind unter anderem ultrakurze Laserpulse, faszinierende leuchtende Bilder aus dem Inneren von Zellen sowie eine Hasenjagd im Dienst der Wissenschaft.

Der Forschungsverbund Berlin e.V. (FVB) ist Träger von acht natur-, lebens- und umweltwissenschaftlichen Forschungsinstituten in Berlin, die alle wissenschaftlich eigenständig sind, aber im Rahmen einer einheitlichen Rechtspersönlichkeit gemeinsame Interessen wahrnehmen. Alle Institute des FVB gehören zur Leibniz-Gemeinschaft.

Das IZW forscht in den Bereichen Evolutionsbiologie und -ökologie, Wildtiermedizin sowie Reproduktionsbiologie. Die Experten untersuchen Säugetiere und Vögel in ihren Wechselbeziehungen mit Mensch und biotischer wie abiotischer Umwelt (Biotop, Nahrung, Krankheitserreger und Beutegreifer). Hauptziel ist die Erforschung der Anpassungsleistungen und -grenzen größerer Wildtiere und ihrer Rolle in naturnahen und kulturnahen Ökosystemen. Schwerpunktregionen sind Mitteleuropa, Ostasien, Ost- und südliches Afrika. Das Institut legt besonderen Wert auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Biologen und Veterinärmedizinern und setzt seine Forschungsziele durch Kooperationsprojekte mit Schutzgebieten und Zoos in Europa, Afrika und Nordamerika um. Das IZW gehört zum Forschungsverbund Berlin. Es hat knapp hundert Mitarbeiter und einen Etat von mehr als vier Millionen Euro.

Josef Zens | idw
Weitere Informationen:
http://www.fv-berlin.de/zeitung/verbund57.pdf
http://www.fv-berlin.de

Weitere Berichte zu: Biorhythmus FVB IZW Pferd Zoo

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wasserbewegung als Hinweis auf den Zustand von Tumoren
19.04.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

nachricht Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden
19.04.2018 | Max-Planck-Institut für Polymerforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics