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Photosynthese der Wasserschnecken

19.12.2003


Nacktschnecken fressen andere Tiere nicht nur um sich zu ernähren, sondern auch um gewisse Eigenschaften der gefressenen Beute auf sich zu münzen. Nun hat ein Deutscher Forscher entdeckt, wie die Evolution eine solche Lebensform hervorgebracht hat, berichtet die Ruhr-Universität Bochum RUB.




Einige der Nacktschnecken fressen Algen, um ihr die Chloroplasten, das sind Pflanzenzellen, in denen die Photosynthese stattfindet, zu klauen und damit selbst Photosynthese betreiben. "Wasserschnecken sind Feinschmecker: Die unterschiedlichen Arten der im Meer lebenden Hinterkiemer (Opisthobranchia) haben sich zum Teil auf eine ganz bestimmte Beuteart spezialisiert", so Studienautor Sascha Robakowski vom Lehrstuhl für Spezielle Zoologie. Die Bandbreite reicht dabei von Algen, Moostierchen, Schwämmen und Nesseltieren über Borstenwürmer bis hin zu Krebsen. Manche der Tiere fressen sogar Artgenossen. "Die Beute dient ihnen nicht nur zum Sattwerden, sondern die Schnecken können einzelne Bestandteile ihrer Beutetiere quasi stehlen, sie im eigenen Körper einlagern und ihre Funktionen weiter nutzen", führt der Experte aus. Sie können sich so mit Hilfe gefressener Nesselzellen gegen Feinde schützen oder sich mit Farbpigmenten von Opfern tarnen.

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Die Studienarbeit des Wissenschaftler beschäftigt sich aber mit der Evolutionsgeschichte dieser ungewöhnlichen Fähigkeiten der Schnecken. Forscher vermuten, dass die "Solarenergie-Schnecken" die photosynthesefähigen Bestandteile in früheren Evolutionsstadien eigentlich nur eingelagert haben, um ihre Färbung der ihrer Nahrung anzugleichen. "Die Ausnutzung der Fähigkeit zur Photosynthese wäre dann erst der zweite Schritt gewesen", erklärt der Zoologe. Um diese offenen Fragen aufzuklären, muss der Experte die Stammesgeschichte der Schnecken genauer untersuchen. Computergestützte Analysen sowohl der Morphologie als auch der DNA-Sequenzen der beteiligten Arten sollen dabei helfen. Der Forscher hat für seine Arbeit den Wolfgang-Seel-Preis der RUB für seine herausragende Staatsarbeit bekommen. Weitere Studien werden folgen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

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