Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biologische Charakterisierung des ersten Mausmodells für eine vererbliche Form menschlicher Nierensteinerkrankung

03.09.2003


Das Unternehmen unterzeichnet zudem ersten Lizenzvertrag über das Modell mit der Universitätsklinik Mannheim unter Lancierung der Plattform INGENOtypes(R)

Ingenium Pharmaceuticals AG gab heute die Veröffentlichung des ersten Mausmodells für Typ I Zystinurie, eine humane Erkrankung die durch die Bildung von Nierensteinen charakterisiert ist, im wissenschaftlichen Journal Human Molecular Genetics bekannt. Die klinische Manifestation der Krankheit in diesen Mäusen gleicht der beim Menschen, was ein neuartiges Modell für die Erforschung therapeutischer Ansätze darstellt.

Als weiteres davon unabhängiges Ereignis verkündeten Ingenium und die Urologische Abteilung der Universitätsklinik Mannheim heute die Unterzeichnung eines Auslizensierungsvertrages. Durch diesen erhält die Urologische Abteilung Zugang zu dem firmeneigenen INGENOtypes(R) Mausmodell für Typ I Zytinurie. Diese Vereinbarung ist die erste dieser Art für Ingenium und damit das Debüt der neuen INGENOtypes(R) ’precision model’ Plattform des Unternehmens. INGENOtypes(R)-Modelle sind entweder gänzlich neuartige Modelle oder besitzen neue Genvariationen und entsprechende Phänotypen zur Erforschung menschlicher Erkrankungen und deren Therapie. Es wurden keine finanziellen Konditionen bekannt gegeben.

"Die Veröffentlichung in Human Molecular Genetics beschreibt ein hervorragendes Beispiel eines INGENOtypes(R)-Modells: es ist biologisch gut charakterisiert und stellt eine Verbesserung zu bisher erhältlichen Modellen anderer Spezies dar. Das Modell entsteht aus der Substitution eines einzelnen Basenpaares und bringt damit einen Phänotyp hervor, der dem Krankheitsbild beim Menschen sehr nahe kommt," sagte Dr. Michael C. Nehls, Vorstandsvorsitzender von Ingenium. "Die Veröffentlichung unterstreicht den Wert unserer Modelle für die biomedizinische Forschung im Bereich der Analyse von Erkrankungen und der Testung von Arzneistoffen und Therapiehypothesen."

Wie in dem Artikel beschrieben, erfolgte die Identifizierung des Mausmodelles ausgehend von dem Deductive Genomics(TM) Forschungsansatz bei Ingenium, der die Suche nach medizinisch relevanten Phänotypen von Mäusen, die mit ENU behandelt worden waren, umfasste. Bei ENU handelt es sich um einen chemischen Prozess, der punktuelle Variationen in Genen hervorruft. Speziell dieses Modell wurde über einen erhöhten Harnstoffspiegel im Blut identifiziert, einem Kennzeichen für eingeschränkte Nierenfunktion. Weitere Untersuchungen deckten eine Vielzahl von Ähnlichkeiten mit der Typ I Zystinurie beim Menschen auf, einschließlich das Vorhandenseins relativ großer Calculi bzw. Nierensteinen’ im Harntrakt der Tiere. Die Wissenschaftler bei Ingenium lokalisierten die für die Erkrankung bei den Tieren verantwortliche Veränderung im Gen Slc3a1. Mutationen im menschlichen Slc3a1-Gen werden seit geraumer Zeit mit Zystinurie in Verbindung gebracht. Damit ist eine direkte Verbindung gegeben und dies bedeutet eine weitere Validierung dieses Mausstammes als ein Modell für die Untersuchung der Typ I Zystinurie.

"Das Ziel unserer Forschung ist es, die molekularen Abläufe bei der Entstehung der Zystinurie besser zu verstehen. Dieses Mausmodell ist dafür eine willkommene Ergänzung, da es das erste Tiermodell ist, das dem Krankheitsbild des Menschen so ähnlich ist," sagte Dr. Thomas Knoll, Spezialist für urologische Forschung an der Uniklinik Mannheim.

Die Veröffentlichung mit dem Titel "A Mouse Model for Cystinuria Type I"’ erschien am 1. September 2003 im wissenschaftlichen Journal Human Molecular Genetics, Band 12. Nr. 17, auf Seite 2109-2120. Die Autoren sind T. Peters, C. Thaete, S. Wolf, A. Popp, R. Sedlmeier, J. Grosse, M.C. Nehls, A. Russ und V. Schlueter. Alle Autoren sind bzw. waren Mitarbeiter von Ingenium.

INGENOtypes(R)-Modelle sind wichtige Werkzeuge für die biomedizinische Forschung zur Validierung von Arzneistofftargets und die Testung von Therapiehypothesen und Arzneimittelverbindungen. Die Grundlagen für die Entwicklung dieser Tiermodelle sind die firmeneigenen Plattformen Deductive Genomics (TM) und INGENOtypingTM, die auf einem chemischen Prozess beruhen, bei dem punktuelle Variationen im Mausgenom erzeugt werden. INGENOtypes(R)-Modelle bieten entweder eine ausgezeichnete Nachahmung eines menschlichen Krankheitszustands oder repräsentieren eine neue Allelvariation eines bestimmten Gens. Ingenium verfügt derzeit über eine Reihe von INGENOtypes(R) in mehreren Forschungsdisziplinen, darunter in der Neurobiologie, Stoffwechselforschung, Entwicklungsbiologie und Immunologie.

Ingeniums Geschäftsmodell gründet sich auf das Wissen und die Fähigkeit von Ingenium, wichtige biologische Informationen für die Erforschung und Entwicklung von Humandiagnostika und -therapeutika generieren zu können. Ingeniums biologiebasierte Technologie zur Entdeckung neuer Zielgene, Deductive GenomicsTM, umfasst die funktionale genomische Analyse eines gesamten Säugetiergenoms, um neue Zugangspunkte für die Diagnose und Therapie humaner Erkrankungen zu identifizieren. Aus den Ergebnissen seines Deductive GenomicsTM Programms entwickelt Ingenium gegenwärtig eine ganze Anzahl neuer Tiermodelle und neue, biologisch validierte Zielgene in den Therapiegebieten ’inflammatory bowel disease’ sowie Neurobiologische und Metabolische Erkrankungen. Ingenium hat Forschungskollaborationen und Lizenzvereinbarungen mit Elan Corp., F. Hoffmann-La Roche AG, SEQUENOM Inc. und Lynkeus Biotech GmbH, zusätzlich zu einer Vielzahl akademischer Forschungskollaborationen mit führenden Universitäten im In- und Ausland. Ingenium wird getragen von einer grossen Zahl internationaler institutioneller Investoren und verfügt über ein erfahrenes Managementteam, erstklassige externe Berater und ein ständig anwachsendes Patentportfolio.



Für Ingenium:


Gretchen L.P. Schweitzer
Vice President Corporate Communications
Tel.: +49-89-8565-2398

gretchen.schweitzer@ingenium-ag.com

Für die Universitätsklinik Mannheim:
T. Knoll, MD PhD
Abteilung Urologie
Tel. +49 621 383 4029
thomas.knoll@uro.ma.uni-heidelberg.de

| ots

Weitere Berichte zu: Deductive Gen INGENOtypes Mausmodell Molecular Phänotyp Tiermodell Zystinurie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen
09.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP

nachricht Wolkenbildung: Wie Feldspat als Gefrierkeim wirkt
09.12.2016 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie