Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

150 Jahre altes Rätsel der Geschlechtsbestimmung ist gelöst

26.08.2003


Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg lösen 150 Jahre altes Rätsel der Geschlechtsbestimmung

... mehr zu:
»Biene »Eier »Geschlechtsbestimmung

Ein internationales Forscherteam unter Federführung der jungen Forschergruppe um Dr. Martin Beye von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, hat das genetische Signal identifiziert, das Bienen zu Weibchen oder Männchen macht. Damit ist nach über 150 Jahren die Frage geklärt, warum männliche Tiere nur aus unbefruchteten Eiern entstehen, weibliche Tiere sich jedoch aus befruchteten Eiern entwickeln.

Schon 1845 entdeckte der polnische Geistliche Johann Dzierzon, dass männliche Bienen keinen Vater haben und aus unbefruchteten Eiern schlüpfen, während befruchtete Eier weibliche Insekten hervorbringen. Erst jetzt konnten Dr. Martin Beye (38) und Martin Hasselmann (31) zusammen mit ihren amerikanischen und norwegischen Kollegen, den Mechanismus aufdecken wie in der neusten Ausgabe vom 22. August der Fachzeitschrift "Cell" nachzulesen ist. Die jungen Wissenschaftler sind am Institut für Zoologie der Universität tätig und nutzen die optimalen Forschungs- und Arbeitsbedingungen des halleschen Biozentrums, das mit der Martin-Luther-Universität eng zusammenarbeitet.


Befruchtete Eier besitzen zwei deutlich verschiedene Zustände oder Kopien der Erbinformation, Allele genannt, die der Mutter und die des Vaters. Nur wenn bei einem bestimmten Gen, dass als "csd" bezeichnet wird, diese beiden unterschiedlichen Kopien zusammenarbeiten, entsteht ein spezielles Eiweißmolekül. Dieser Proteinkomplex aktiviert verschiedene untergeordnete Gene der weiblichen Entwicklung und es entsteht eine weibliche Biene.

In unbefruchteten Eiern, die nur die mütterliche Kopie des Erbgutes besitzen, gibt es nur eine Variante des Proteins. Diese ist inaktiv und es bildet sich ein männliches Tier. Ein ähnlicher Mechanismus spielt auch in anderen staatenbildenden Insekten wie Ameisen und Wespen eine Rolle.

Die Entdeckung der Wissenschaftler erklärt auch ein altes Problem der Bienenzüchter. Versuchen die Imker nämlich, durch Inzucht eine bestimmte Eigenschaft der Tiere zu verstärken, stirbt das Volk sehr schnell aus. Unter diesen Bedingungen erhalten befruchtete Eier zwar zwei Kopien des csd-Gens. Diese sind aber häufig identisch und können dann ebenfalls kein funktionsfähiges Proteinmolekül bilden. Die gewonnenen Ergebnisse wirken sich auch direkt auf die gezielte Züchtung aus und erschließen außerdem weitere Anwendungsfelder für die systematische Schädlingsbekämpfung.

weitere Informationen unter http://www.biozentrum.uni-halle.de/forschun/bienengenetik.htm

Ansprechpartner:
Dr. Martin Beye
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Tel.: 345 552-1627
Fax: 345 552-7230
E-Mail: beye@zoologie.uni-halle.de

Ingrid Godenrath | idw
Weitere Informationen:
http://www.biozentrum.uni-halle.de/forschun/bienengenetik.htm

Weitere Berichte zu: Biene Eier Geschlechtsbestimmung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Biologischer Lichtsensor in Aktion gefilmt
15.06.2018 | Paul Scherrer Institut (PSI)

nachricht Belohnung fürs Gehirn
15.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics