Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kostengünstige Sensoren zum Aufspüren von Benzen

22.07.2003


Französische Forscher des CEA (französisches Zentrum für Atomenergie) haben neuartige und kostengünstige chemische Sensoren entwickelt, die das Aufspüren von Benzen (C6H6) ermöglichen.



Diese Sensoren bestehen aus einem anorganischen Polymer, das wiederum aus Milliarden von Poren besteht, die jeweils einen Durchmesser von zehn Ångström (ein Millionstel Millimeter) haben. Bei dieser Größe können nur wenige Moleküle wie Benzen, Toluen oder Formaldehyd durch das Material gleiten. Außerdem besitzt der poröse Werkstoff eine solche Komplexität, dass ein Schadstoff kaum eine Chance hat, sich daraus zu befreien. "Im menschlichen Maßstab entspricht dieses Netzwerk einem Labyrinth von der Größe Frankreichs.



Ein Molekül in der Dimension eines Menschen bräuchte dann eine Ewigkeit, um dieses Labyrinth verlassen zu können. Da das optische Aufspüren nicht länger als eine Viertelstunde dauert, ist es also vollkommen relevant.", so Thu-Hoa Tran-Thi, Leiter des Projekts in CEA-Saclay (in der Nähe von Paris). Dieser einzigartige Weg hat das Interesse der Firma Environnement SA, ein in der Pariser Region angesiedeltes KMU, geweckt, das sich auf das Gebiet der Umweltüberwachungssysteme spezialisiert hat und die Forschungsarbeit zum Teil finanziell unterstützt.

"Diese Art von Sensor hat einen dreifachen Vorteil: er ist tragbar, kostengünstig und ist sofort für eine Messung geeignet", so Daniel Moulène, CEO von Environnement SA. Der Werkstoff ist für zwei verschiedene Anwendungen geeignet. Die eine bezieht sich auf die Expositionsmessungen, bei denen der Schadstoffgehalt mehrere Stunden lang verfolgt werden kann. Dabei kommt ein "monoporöses" Trägermaterial (Größe der Poren unter 2 nm) zum Einsatz. Die andere Anwendung bezieht sich auf die Überwachung des höchsten Verschmutzungsgrades, bei dem der Schadstoff so schnell als möglich in das Material eindringen soll. In diesem Fall wird ein "biporöses" Trägermaterial genutzt, bei dem größere Poren (Durchmesser: 5nm) die kleineren Poren umschließen. In allen Fälle sind die Werkstoffe vollkommen wieder verwendbar: eine Erhitzung auf 150 Grad vernichtet die gefangenen Schadstoffe ohne das Trägermaterial zu beschädigen, so dass es schon für die nächste Messunge bereit ist.

Kontakt: Thu-Hoa Tran-Thi - CEA/Saclay, tranthi@drecam.cea.fr

| Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.cea-technologies.com/ceahtml/environ/66-401.html
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand/index.htm

Weitere Berichte zu: Aufspüren Benzen Poren Schadstoff Sensor Trägermaterial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Pflanzen können drei Eltern haben
18.10.2017 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mobilität 4.0: Konferenz an der Jacobs University

18.10.2017 | Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

18.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biokunststoffe könnten auch in Traktoren die Richtung angeben

18.10.2017 | Messenachrichten

»ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik