Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Datenbank im Internet mit Informationen zu über 150.000 Pflanzenvarietäten "BIG" ist freigeschaltet

27.05.2003


BIG ist online: Das "Bundesinformationssystem Genetische Ressourcen" mit Beteiligung der Ruhr-Universität Bochum ist die neue Datenbank im Internet mit Informationen zu über 150.000 Pflanzenvarietäten. Ob Koch, Gärtner, Naturschützer, Botaniker oder Biologe im Labor: Unter www.big-flora.de finden alle Antworten zu Obst- und Gemüsepflanzen, Blumen, Sträuchern oder Bäumen.


Duftend, goldgelb, heiß und fettig: Haben Sie sich schon einmal in der Schlange am Imbiss gefragt, welche Kartoffelsorten am besten für Pommes geeignet sind? Das schnell herauszufinden, ist jetzt kein Problem mehr. Die "Pommes-Frites-Eignung" einer Kartoffel ist unter "Zuchteigenschaften" eines der Suchkriterien von BIG. Die neue Datenbank im Internet mit Informationen zu über 150.000 Pflanzenvarietäten ist jetzt freigeschaltet. Ob Koch, Gärtner, Naturschützer, Botaniker oder Biologe im Labor: Unter http://www.big-flora.de finden alle Antworten zu Obst- und Gemüsepflanzen, Blumen, Sträuchern oder Bäumen.

Vier Partner


Hinter den drei Buchstaben BIG verbirgt sich das Bundesinformationssystem Genetische Ressourcen. Das Internetportal http://www.big-flora.de ermöglicht dem Nutzer, seine Suchanfrage gleichzeitig an mehrere Datenbanken zu senden, die Ergebnisse aber in einer Maske abzurufen. Ihre umfassenden Informationsbestände haben dafür das Bundesamt für Naturschutz (BfN), das Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), der Botanische Garten der Ruhr-Universität Bochum als Mitglied des Verbandes Botanischer Gärten und das Informationszentrum Biologische Vielfalt (IBV) der Zentralstelle für Agrardokumentation und -information (ZADI) virtuell verknüpft. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte die Entwicklung dieser neuen Suchmaschine für Wild- und Kulturpflanzen in den vergangenen fünf Jahren. Dabei wurden die sieben großen Datenbanken der Initiatoren nicht nur vereint in einem Portal zugänglich, sondern jeweils auch inhaltlich ausgebaut und überarbeitet.

Funktionen von BIG

Die Partner von BIG wollen es den Nutzern ermöglichen, mit verschiedenen Suchkriterien und Ausgangswissen Informationen zu finden. Deshalb bietet BIG mehrere Funktionsweisen an. Mit BIGTAX werden Pflanzen durch ihre Namen aufgespürt. Dabei ist es egal, ob der Suchende den Volksnamen Löwenzahn, die botanische Bezeichnung Traxacum sect. Ruderalia oder ein Synonym des lateinischen Begriffes eingibt. Die so gefundenen Daten werden mit dem BIGThesaurus nach Stichworten geordnet, so dass sich der Nutzer gezielt Informationen zu einzelnen Merkmalen heraussuchen kann. Zur Zeit gibt es 120 Suchbegriffe. Der Thesaurus erlaubt damit auch, eine Pflanze nach bestimmten Eigenschaften wie Verbreitung, Ernteertrag oder Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten zu ermitteln. Geht es um die räumliche Verbreitung der Flora, ist das integrierte Geografische Informationssystem GIS die geeignete Suchmethode. GIS hilft, wenn Nutzer beispielsweise gefährdete Pflanzenarten in einem bestimmten Land oder Gebiet finden wollen. Zusätzlich bieten Karten Informationen zu Temperatur, Niederschlägen oder Höhenlage der Fundorte von Pflanzen.

Fern und nah

BIG, das fortlaufend aktualisiert wird, enthält Pflanzen, die in heimischen Gärten, auf Feldern oder in der freien Natur wachsen. Auch exotische Gewächse, die in Deutschland in Botanischen Gärten gedeihen oder in Genbanken lagern, gehören zum Datenbestand. Interessant ist BIG deshalb sowohl für Wissenschaftler, die eine Probe bestimmen wollen, wie für Züchter, die auf der Suche nach seltenen Samen sind, als auch für Hobbygärtner, die wissen wollen, ob die neue Sorte Tomaten in ihrer Schrebergartenerde wächst. Zum Stichwort Artenvielfalt in der Pflanzenwelt: Auch für den Naturschutz kann BIG einen Beitrag leisten, da es online gebündelt Angaben zur Gefährdung einzelner Gewächse eröffnet. "Besonders herausragend sind die Datenbestände der deutschen Florenkartierung, die mit der Gesamtzahl von ca. 14 Millionen Einzelangaben einen umfassenden Überblick über die Bestandssituation, Vorkommen und Verbreitung der Wildpflanzen in Deutschland ermöglichen", sagt Dr. Uwe Schippmann vom BfN. "So kann mithilfe des BIG ermittelt werden, wo bereits Erhaltungskulturen von stark in ihrem Bestand gefährdeten Arten betrieben werden und wo noch Nachholbedarf ist."

"Meilenstein" für Züchtung

In der Zucht wird die Widerstandsfähigkeit gegen Wettereinflüsse, Schädlinge und Krankheiten wichtig. Diese Eigenschaften verschiedener Sorten Getreide und anderer Nutzpflanzen können Züchter in der BIG-Datenbank nachschlagen. Zumindest für Deutschland. Interessant sind aber auch Informationen über Saatgut aus dem Ausland. Ein Beispiel dafür ist der Winterweizen. Die Pilzerkrankung Ährenfusariose befiel in den vergangenen Jahren häufig die Getreidesorte. Untersuchungen an Pflanzen aus China und Südamerika zeigten, dass diese den Pilz wesentlich besser tolerierten und deshalb auch die Anbau in Deutschland verbessern können. Dr. Reinhard von Brook vom Pflanzenzucht-Unternehmen Lochow-Pektus GmbH hofft, dass BIG auch international von Züchtern und Wissenschaftlern verwendet wird, da die Daten im Internet frei zugänglich sind. "Wenn dies keine Einbahnstraße bleibt, andere Länder also ähnliche Informationssysteme bereitstellen, werden wir deutschen Züchter von denen profitieren. Auf dem Weg zu solch einem breiten internationalen Informationsverbund stellt BIG einen Meilenstein dar", so von Broock. Egal, ob die Nutzer aus Wirtschaft, Politik, Forschung kommen oder BIG für den Hausgebrauch besuchen, die Anwendung ist kostenlos. Das mühsame Blättern durch Spezialliteratur kann BIG in vielen Bereichen von Pflanzenkunde, -anbau und -schutz ersetzen.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Thomas Stützel
Direktor des Botanischen Garten
der Ruhr-Universität Bochum
und Lehrstuhl für Spezielle Botanik
Tel. 0234 - 32-25575/ -24491
E-Mail: thomas.stuetzel@ruhr-uni-bochum.de

Sabine Roscher
Zentralstelle für Agrardokumentation
und -information (ZADI)
Tel. 0228 - 9548-212
E-Mail: roscher@zadi.de

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.big-flora.de

Weitere Berichte zu: BIG Gärten Pflanzenvarietäten Verbreitung Züchter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen
22.06.2017 | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

nachricht Im Mikrokosmos wird es bunt: 124 Farben dank RGB-Technologie
22.06.2017 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie