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Genmilch bringt Schwung in die Käseherstellung

27.01.2003


Schnellere und einfachere Produktion durch mehr Milchproteine



Proteinreiche Milch aus geklonten Genkühen könnte die Kosten der Käseproduktion drücken. Milchproduzenten bräuchten weniger Milch, um Eis cremiger und Cheddar fester zu machen, so das Wunschdenken neuseeländischer Forscher. Das dafür notwendige Rindvieh lebt in Neuseeland und wurde von der Biotech-Firma AgResearch kreiert. Es produziert eigenen Angaben zufolge rund 13 Prozent mehr Milchproteine als herkömmliche Kühe. Der Beta- und Kappa-Kasein-Gehalt stieg zum Teil um bis zu 20 Prozent. Jetzt untersuchen die Forscher unter der Leitung von Götz Laible, ob die Proteinerhöhung den Kalziumgehalt der Milch verbessert oder die Gerinnungszeit verringert.

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Eine Steigerung der beiden Eiweiße kann die Weiterverarbeitung der Milch zu Käse verbesesrn, erklärte Laible im Fachblatt Nature Biotechnology. Das Team erzeugte genetisch veränderte Kuhembryonen, deren Erbgut zusätzliche Kopien der Gene für die beiden Kasein-Arten enthielt. Diese wurden mehreren Kühen eingepflanzt, von den elf geborenen transgenen Kälbern produzierten neun eine erhöhte Menge der beiden Kaseine. "Diese Proteine sind wichtig. Sie sorgen dafür, dass die Milch wässrig bleibt", erklärte der Studienleiter. Durch den erhöhten Proteinanteil könne sich die Abscheidung von Molke erhöhen. Damit wird Käse einfacher und schneller herstellbar, heißt es weiter.

Die meisten Wissenschaftler glauben, dass sich Milch von geklonten Kühen nicht von normaler Milch unterscheidet. Unsicherheit herrscht, ob die Milch von genetisch veränderten Kühen auch sicher ist. Tierreproduktionsspezialist Will Eyestone vom Virginia Polytechnic Institute erklärt dazu": Es hängt davon ab, welches Gen dem Erbgut zugefügt wird. So werden einige Kühe so verändert, dass sie pharmazeutische Produkte herstellen. Ein Medikament könnte ein Gesundheitsrisiko darstellen, wenn es in die Milch sickert." Laibles Kühe produzieren allerdings keine Fremdproteine, sondern mehr natürliche Eiweiße. Der Biotechnologe Michael Roberts von der University of Missouri-Columbia ist optimistisch: "Durch den gesteigerten Eiweißgehalt steigt der Nährstoffgehalt."

Noch ist der Weg in die Nahrungsmittelindustrie aber steinig. Produkte von transgenen und geklonten Tieren und ihrer Nachkommenschaft sind in vielen Teilen der Welt nicht zugelassen. Die US-Zulassungsbehörde FDA wird diesbezüglich Richtlinien erstellen. Bis diese nicht erlassen sind, werden Unternehmen, die geklonte Kühe produzieren, ihre Milch auch nicht verkaufen.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.agresearch.cri.nz
http://www.nature.com/nbt

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