Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Langusten nutzen Magnetismus zur Orientierung

07.01.2003


Auch wirbellose Tiere verfügen über hochsensible Ortungssysteme




Jüngsten Forschungsberichten zufolge, verfügen auch Langusten über sensible Sinne, die es ihnen ermöglichen, sich am Ozeanboden zurecht zu finden. Wissenschaftler der haben karibische Langusten untersucht und entdeckt, wie sie den Erdmagnetismus zur Orientierung verwenden, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature in seiner aktuellen Ausgabe.



Forscher wissen, dass Zugvögel, Schildkröten oder Wale mithilfe des Magnetismus ihre Wanderungen durchführen können. Kleine Unterschiede im Erdmagnetfeld helfen ihnen, sich am Globus zu orientieren. Neu hingegen ist die Erkenntnis, dass Langusten und wahrscheinlich auch andere wirbellose Tiere diese Fähigkeiten ebenso besitzen. "Es ist nicht das erste Wirbellose Tier, das seine magnetischen Sinne demonstriert, aber es ist eines der besten Beispiele für wirkliche Navigation", so Studienautor Larry Boles von der Universität von North Carolina, der gemeinsam mit Kenneth Lohmann Langusten vor den Florida Keys gefangen hat. In ersten Untersuchungen stellten die Wissenschaftler fest, dass die Langusten in der Nacht ihren Bau verließen und weite Strecken im Dunkeln zurücklegen und ohne Probleme ihre Heimat wiederfinden konnten. In Versuchen wurden gefangene Tiere 16 Kilometer von ihrem Heimatplatz entfernt freigelassen.

Während des Abtransports sind die Tiere in Kunststoffbehältern gehalten worden, so konnten sie keine visuellen oder chemischen Veränderungen im Wasser ausmachen. An der Testseite wurden sie zunächst in geschlossene Becken gegeben. Selbst dort konnten sie die Richtung ihrer eigenen Umgebung sofort feststellen. Das funktionierte auch bei verschlossenen Augen. Die Forscher haben auch versucht mithilfe eines schwachen Magnetfeldes die Tiere in falsche Richtungen zu bewegen. "Die Tiere konnten innerhalb kürzester Zeit herausfinden, wo sie sich befanden", so Lohmann. "Wenn ein schwaches Magnetfeld, das nördlich ihrer Heimat lag, imitiert wurden, bewegten sich die Tiere in südlicher Richtung. Bei einem Magnetfeld, das südlich der Heimat der Tiere imitiert wurde, zog es die Langusten Richtung Norden", erklärt der Wissenschaftler. Das sei auch der Beweis dafür, dass die Langusten nicht nur über einen Richtungssinn oder eine Art natürlichen Kompass verfügen, sondern tatsächlich in der Lage sind, geografisch zu bestimmen, wo sie sich gerade befinden. "Das entspricht einem Menschen, der mit einem GPS ausgerüstet ist", vergleicht Lohmann die Fähigkeit. Solche Systeme sind bei Zugvögeln und Schildkröten vorhanden, sind der Wissenschaft bei Wirbellosen aber bisher unbekannt. "Ameisen und Bienen haben ein Navigationssystem, aber dies entspricht keinem echten Positionssystem", so Lohmann. Langusten tragen in ihrem Körper auch Magnetit, ein Material aus dem Kompassnadeln bestehen.

In weiteren Forschungsarbeiten wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, auf welche Erdkräfte die Langusten reagieren und ob auch andere Krebstiere wie etwa Hummer über diese Fähigkeiten verfügen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Langusten Magnetfeld Magnetismus Orientierung Zugvögel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Pflanzen gegen Staunässe schützen
17.10.2017 | Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

nachricht Erweiterung des Lichtwegs macht winzige Strukturen in Körperzellen sichtbar
17.10.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz