Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zentrum für genetische Forschung in München eröffnet

24.10.2002


Das Forscherteam des Genetics Research Centre in München: Andreas Ruppert, Michaela Ertl, Dirk Bauer und Gundula Geyer


Auf der Suche nach dem kleinen Unterschied: Genomanalyse mit dem Massenspektrometer im Genetic Research Centre in München


Gemeinsames "Zentrum für genetische Forschung" zur Entwicklung neuer Therapiekonzepte von GlaxoSmithKline und den Max-Planck-Instituten für Psychiatrie und Biochemie in München eröffnet

... mehr zu:
»GRC »GSK »Max-Planck-Institut

Das Genetics Research Centre (GRC) ist eine neue und in dieser Form in Deutschland bislang einzigartige Forschungseinrichtung. Das GRC verfügt über neueste Technologien zur Durchführung von Genomanalysen, die es ermöglichen, den genetischen Ursachen von Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes, Asthma oder Depressionen auf die Spur zu kommen. Langfristig sollen dadurch neue Ansatzpunkte für die Arzneimitteltherapie entwickelt werden. Weitere Projekte des GRC beschäftigen sich mit der so genannten Pharmakogenetik, d.h. mit der Erforschung der genetischen Ursachen für die Wirkungsweise und damit auch der Nebenwirkungen von Arzneimitteln.

Nach neueren Erkenntnissen der modernen Genetik steht fest, dass für das Auftreten von bestimmten Volks- oder Zivilisationskrankheiten nicht nur die Lebensumstände wie Ernährung und körperliche Aktivität sowie bestimmte Umweltfaktoren entscheidend sind, sondern auch die Vererbung eine wichtige Rolle spielt. Dies wird durch das Vorkommen bestimmter genetischer Varianten gegenüber dem bei gesunden Menschen festzustellenden Genmuster, der so genannten SNPs (sprich "SNIPs" = Single Nucleotide Polymorphisms) belegt. Genau hier setzt die Forschung im GRC an: Mit neuesten massenspektrometrischen Hochdurchsatz-Verfahren können täglich mehrere 10.000 Genotypisierungen durchgeführt werden, um damit Unterschiede im Bausteinmuster von Genabschnitten bei bestimmten Patientengruppen zu identifizieren.


Prof. Dr. Dr. Florian Holsboer, Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München, und Prof. Dr. Axel Ullrich, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, sind überzeugt: Genetische Unterschiede spielen eine wichtige Rolle bei der Anfälligkeit für Krankheiten. Technologien wie das SNP-Mapping ermöglichen im Vergleich zu früheren Zufallsbefunden in der Forschung zukünftig ein deutlich systematischeres Vorgehen.

Ein zweiter Forschungsschwerpunkt des GRC sind pharmako-genetische Untersuchungen: Durch die Erstellung von individuellen Genprofilen wird es zukünftig möglich sein, Arzneimittelwirkungen wie Unverträglichkeiten oder Nebenwirkungen schon vor der Einnahme vorauszusagen. Denn: "Zwischen dem genetischen Profil einer Person und der Wirkung eines Arzneimittels besteht eine enge Verknüpfung", so Prof. Holsboer. "In Zukunft wird es möglich sein, dieses Wissen gezielt für die Therapie zum Beispiel mit Psychopharmaka zu nutzen."

"Unsere Vision ist die Entwicklung neuer, maßgeschneiderter Medikamente, die ein optimales Nutzen-Risiko-Verhältnis für verschiedene Patientengruppen aufweisen", so Dr. Thomas Lander, Leiter der Forschung und Medizin bei GlaxoSmithKline Deutschland, von dem die Idee für dieses, auch für GSK einmalige, gemeinsame Forschungsvorhaben mit einer international renommierten Forschungsorganisation wie der Max-Planck-Gesellschaft stammte.

Das neue Joint-Venture GRC bietet optimale Voraussetzungen für die aufwändigen Forschungsvorhaben: GSK, als eines der weltweit führenden Pharmaunternehmen, verfügt über die notwendige langjährige und umfassende Erfahrung im Bereich der klinischen Forschung und Hochdurchsatz-Technologie, die beiden Max-Planck-Institute über herausragende Expertise im Bereich der Grundlagenforschung, erklärte Prof. Dr. Herbert Jäckle, Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft, München.

"Wir sind sehr stolz auf das GRC, weil wir damit als eines der wenigen ausländischen Unternehmen eine vollständige Wertschöpfungskette in Deutschland aufweisen können, von der Grundlagenforschung und klinischen Entwicklung über die Produktion bis hin zum Marketing und Vertrieb", betonte Dr. Thomas Werner, Geschäftsführer von GlaxoSmithKline Deutschland.

"Das Zustandekommen des GRC ist hocherfreulich" so Prof. Ullrich. "Durch die Bündelung der akademischen und industriellen Forschungsaktivitäten schaffen wir Möglichkeiten, um unsere Ziele in der Grundlagenforschung schneller zu erreichen. Wir erhoffen uns durch die gemeinsame Arbeit im GRC, dass Forschungsergebnisse schneller in die Anwendung umgesetzt werden können."

Das Genetics Research Centre GRC hat seinen Sitz auf dem Gelände des Max-Planck-Institutes für Psychiatrie in München. Für das wissenschaftliche Management sind Prof. Dr. Dr. Florian Holsboer, MPI für Psychiatrie, Prof. Dr. Axel Ullrich, MPI für Biochemie, Dr. Thomas Lander, GSK Deutschland, sowie Dr. Ian Purvis, GSK Discovery Genetics, verantwortlich. Geleitet wird das GRC von dem Molekularbiologen Dr. Andreas Ruppert, der an der Entwicklung der von der Firma Sequenom stammenden Technologie wesentlich beteiligt war. Mit derzeit insgesamt vier GRC-Mitarbeitern sollen täglich fast 30.000 Genotypisierungen durchgeführt werden. Etwa 15 Prozent der Messkapazität stehen den beiden am Joint-Venture beteiligten Max-Planck-Instituten für eigenständige Forschungsprojekte zur Verfügung. Darüber hinaus besteht prinzipiell die Möglichkeit, auch Projekte mit externen Partnern durchzuführen.

München wurde als Standort für das GRC gewählt, weil es über alle wesentlichen Voraussetzungen für das Gelingen dieses anspruchsvollen Projektes verfügt: Ein außerordentlich attraktiver Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität, wissenschaftlich herausragenden Einrichtungen wie die beteiligten Max-Planck-Institute und nicht zuletzt ein industrie- und forschungsfreundliches politisches Klima, wie sich an der tatkräftigen, hervorragenden Unterstützung durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Verkehr und Technik zeigte, so Lander. Die Bayerische Regierung unterstützte die Verhandlungen der beiden Forschungspartner und wird für Projekte des GRC Forschungsgelder in Höhe von € 4 Mio. zur Verfügung stellen, gab der Bayerische Wirtschaftsminister, Dr. Otto Wiesheu, bekannt.

Erste Ergebnisse der GRC Forschung werden bis etwa 2004 erwartet. Es besteht die Erwartung, dass das GRC einen wesentlichen Beitrag zur Arzneimittelentwicklung bei GSK leisten wird. Gleichzeitig bietet es den beteiligten Max-Planck-Instituten wichtige Möglichkeiten, neue Ansätze für die Erforschung der Ursachen bei verschiedenen Erkrankungen zu entwickeln und so langfristig zu einer verbesserten Therapie beizutragen.

GlaxoSmithKline Deutschland
Judith Kramer
Leiterin Kommunikation/Public Relations
Corporate Affairs & Business Support
Leopoldstraße 175, 80804 München
Tel.: 089 - 89 3 60 44-329
Fax: 089 - 89 3 60 44 9325
E-Mail: judith.kramer@gsk.com

Max-Planck-Institut für Psychiatrie
Dr. Sieglinde Modell
Wissenschaftliche Referentin
Kraepelinstraße 10, 80804 München
Tel.: 089 - 3 06 22-637
Fax: 089 - 3 06 22-493
E-Mail: modell@mpipsykl.mpg.de

Dr. Andreas Trepte | Max-Planck-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de/pri02/pri02106.htm
http://de.gsk.com
http://www.mpipsykl.mpg.de

Weitere Berichte zu: GRC GSK Max-Planck-Institut

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aufräumen? Nicht ohne Helfer
19.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Einzelne Rezeptoren auf der Arbeit
19.10.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ASEAN Member States discuss the future role of renewable energy

17.10.2017 | Event News

World Health Summit 2017: International experts set the course for the future of Global Health

10.10.2017 | Event News

Climate Engineering Conference 2017 Opens in Berlin

10.10.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie