Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tiere mögen auch transgenen Mais

31.05.2000


Zwischen konventionell erzeugtem und gentechnisch verändertem Futtermais (Bt-Mais) gibt es keine ernährungsphysiologischen Unterschiede. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Instituts für Tierernährung
der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig. In der neuen Ausgabe des ForschungsReports, der Zeitschrift des Senats der Bundesforschungsanstalten, stellen sie Ihre Untersuchungen vor.

Die Agrarforscher fütterten je 20 Mastrinder rund acht Monate mit Silage aus einer der beiden Maissorten. Mastleistung und Schlachtausbeute waren in beiden Gruppen gleich. Parallel dazu wurde an Hammeln die Verdaulichkeit der Futterpflanzen überprüft. Auch hierbei ergaben sich nahezu identische Werte. Legehennen und Schweine, die mit Maiskörnern aus konventionellem Mais und Bt-Mais gefüttert wurden, zeigten ebenfalls keine Unterschiede in ihrer Leistung.

Auch andere gentechnisch veränderte Futterpflanzen bezogen die Braunschweiger Wissenschaftler mit in die Untersuchungen ein. So wurden Schweine mit herbizidtolerantem Mais beziehungsweise herbizidtoleranten Zuckerrüben gefüttert. Bei keinem der gemessenen Parameter ergaben sich signifikante Unterschiede zu den entsprechenden konventionellen Vergleichspflanzen, weder bei den Nährsstoffen der Pflanzen noch in der Mastleistung der Versuchstiere.

Für Professor Dr. Gerhard Flachowsky, der die Untersuchung geleitet hat, kommen die Ergebnisse nicht überraschend: "Herbizidtolerante Kulturpflanzen und Bt-Mais haben gegenüber ihren Ausgangslinien keine wesentlich veränderten Inhaltsstoffe", erläutert er. "Daher haben wir erwartet, dass sie sich auch in ihrer ernährungsphysiologischen Bewertung nicht voneinander unterscheiden." Dennoch sei die Studie aus Sicht eines vorbeugenden Verbraucherschutzes nötig gewesen.

Sollten in Zukunft durch gentechnische Maßnahmen wichtige Inhaltsstoffe wie Aminosäuren, Fettsäuren oder Enzyme in den Pflanzen verändert werden, hält Flachowsky weiterführende Untersuchungen für erforderlich. Aus Sicht der Tierernährung wären zum Beispiel Futterpflanzen erstrebenswert, die weniger unerwünschte Inhaltsstoffe aufweisen und im Verdauungstrakt des Tieres besser verwertbar sind. Solche Pflanzen würden nicht nur effizienter eingesetzt werden können, sondern auch die Umweltbelastung durch tierische Exkremente verringern. Viele dieser Wünsche, so Flachowsky, ließen sich langfristig durch die "herkömmliche" Pflanzenzüchtung erfüllen. Mit der Gentechnik stünde jedoch ein Instrumentarium zur Verfügung, das Veränderungen im Erbgut der Pflanze kurzfristig und mit relativ großer Genauigkeit ermöglichte.

Der ForschungsReport 1/2000 ist kostenlos zu beziehen über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsanstalten, Tel.: 0531/299-3396, eMail: senat@bba.de

Um Belegexemplar wird gebeten

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Michael Welling |

Weitere Berichte zu: Bt-Mais Futterpflanzen Mais Tierernährung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Demenz: Neue Substanz verbessert Gehirnfunktion
28.07.2017 | Technische Universität München

nachricht Mit einem Flow-Reaktor umweltschonend Wirkstoffe erzeugen
28.07.2017 | Universität Bielefeld

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ruckartige Bewegung schärft Röntgenpulse

Spektral breite Röntgenpulse lassen sich rein mechanisch „zuspitzen“. Das klingt überraschend, aber ein Team aus theoretischen und Experimentalphysikern hat dafür eine Methode entwickelt und realisiert. Sie verwendet präzise mit den Pulsen synchronisierte schnelle Bewegungen einer mit dem Röntgenlicht wechselwirkenden Probe. Dadurch gelingt es, Photonen innerhalb des Röntgenpulses so zu verschieben, dass sich diese im gewünschten Bereich konzentrieren.

Wie macht man aus einem flachen Hügel einen steilen und hohen Berg? Man gräbt an den Seiten Material ab und schüttet es oben auf. So etwa kann man sich die...

Im Focus: Abrupt motion sharpens x-ray pulses

Spectrally narrow x-ray pulses may be “sharpened” by purely mechanical means. This sounds surprisingly, but a team of theoretical and experimental physicists developed and realized such a method. It is based on fast motions, precisely synchronized with the pulses, of a target interacting with the x-ray light. Thereby, photons are redistributed within the x-ray pulse to the desired spectral region.

A team of theoretical physicists from the MPI for Nuclear Physics (MPIK) in Heidelberg has developed a novel method to intensify the spectrally broad x-ray...

Im Focus: Physiker designen ultrascharfe Pulse

Quantenphysiker um Oriol Romero-Isart haben einen einfachen Aufbau entworfen, mit dem theoretisch beliebig stark fokussierte elektromagnetische Felder erzeugt werden können. Anwendung finden könnte das neue Verfahren zum Beispiel in der Mikroskopie oder für besonders empfindliche Sensoren.

Mikrowellen, Wärmestrahlung, Licht und Röntgenstrahlung sind Beispiele für elektromagnetische Wellen. Für viele Anwendungen ist es notwendig, diese Strahlung...

Im Focus: Physicists Design Ultrafocused Pulses

Physicists working with researcher Oriol Romero-Isart devised a new simple scheme to theoretically generate arbitrarily short and focused electromagnetic fields. This new tool could be used for precise sensing and in microscopy.

Microwaves, heat radiation, light and X-radiation are examples for electromagnetic waves. Many applications require to focus the electromagnetic fields to...

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Ferienkurs mit rund 600 Teilnehmern aus aller Welt

28.07.2017 | Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Firmen räumen bei der IT, Mobilgeräten und Firmen-Hardware am liebsten in der Urlaubsphase auf

28.07.2017 | Unternehmensmeldung

Dunkel war’s, der Mond schien helle: Nachthimmel oft heller als gedacht

28.07.2017 | Geowissenschaften

8,2 Millionen Euro für den Kampf gegen Leukämie

28.07.2017 | Förderungen Preise