Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bakterien tragen Farbmäntel

12.08.2002


Einsatzgebiet: Medikamententests und Impfstoffe


Forscher der Hokkaido University in Sapporo haben Bakterien dazu gebracht, ihre Zelloberfläche mit jedem Molekül ihrer Wahl zu bedecken. Es ist ihnen gelungen, das Bakterium Escherichia Coli mit einer leuchtenden Hülle auszustatten. Dadurch kann E.-coli rasch detektiert werden. Prinzipiell wird es dadurch möglich, verschiedenfarbig leuchtende Bakterien herzustellen, die umgehend unter dem Mikroskop identifizierbar sind. Einsatzgebiete sind Medikamententests, Impfstoffe und die Synthese pharmazeutischer Komplexe, berichtet die aktuelle Online-Ausgabe des Fachblatts Nature.

Die äußere Zellwand der Bakterien bestimmt einen Großteil des bakteriellen Verhaltens. So sind verschiedene Moleküle in den Zellwänden für die Empfindlichkeit gegenüber Antibiotika und Viren und Angriffen des Immunsystems verantwortlich. Die molekulare Aufmachung entscheidet aber auch über die Toleranz der Bakterien gegenüber extremen Bedingungen wie Temperatur, Druck und Säuregrad. Shin-Ichiro Nishimura und Kollegen stellten modifizierte Versionen der Bausteine der Bakterienzellwand her. Die Forscher koppelten leuchtende Fluoreszin-Moleküle mit den bakteriellen Bausteinen, den Peptidoglykanen. Peptidoglykane sind Zucker-Eiweiß-Moleküle, die zusammen die äußerste Membran der Zelle bilden. Die so modifizerten E.-coli-Bakterien leuchteten gelb-grün, wenn sie UV-Licht ausgesetzt wurden.


Die Bakterien blieben trotz der synthetischen Umhüllungen gesund, so die Forscher, die davon ausgehen, dass die Veränderungsmöglichkeiten prinzipiell endlos sind. Bakterien-Zellwände könnten so modifiziert werden, dass sie menschlichen Zellen ähneln. Dadurch können neue Medikamente getestet werden. In transformiertem Zustand seien sie auch fähig, gefährliche Chemikalien zu entfernen. Ausgestattet mit Haken, mit denen sie sich an eine feste Oberfläche einhaken können, steht auch der Synthese komplexer pharmazeutischer Produkte in industriellen Fermentations-Fässern nichts entgegen.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://www.nature.com/

Weitere Berichte zu: Bakterium Baustein Farbmäntel Molekül Synthese

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung
22.03.2017 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

nachricht Mit voller Kraft auf Erregerjagd
22.03.2017 | Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie